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Die weiße Rose : Roman aus der englischen Geschichte / von August Maquet ; aus dem Französischen von Georg Jäger
Entstehung
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ſte hatten beide bei Murten mitgefochten, und be⸗ ſchrieben die berühmteſten Kämpfe. Ein Franzoſe erzählte von Karl's VIII. Einzug in Rom, von der ſtolzen Haltung des ſiegreichen Königs, wie er daher⸗ ritt, mit geſchloſſenem Viſter, die Lanze wider den Schenkel geſtemmt. Mehr Gehör als alle andern Erzähler fand ein Wollhändler, der aus dem Lande Wales zurückgekommen. Auch er wußte nur von Schlachten zu berichten und gab eine Schilderung des Blutbades von Bosworth, wo König Richard III. Krone und Leben verlor. Mit Schauder hatte er, da er des Weges kam, das vom friſch vergoſſenen Blut rauchende Schlachtfeld geſehen, er ſchilderte in anſchaulicher, aus franzöſtſch und vlämiſch gemiſchter Sprache, das finſtere Antlitz des Tyrannen, ſeine ver⸗ wachſene Schulter, ſeinen gerippartigen Arm, der eben ſo mörderiſch war im Kampf als der Gedanke ſeines Hirns im Rath; und bei jedem Zug, den er von dem königlichen Mörder zeichnete, überlief es die Zuhörer kalt, eine Frage überſtürzte die andere, und mehr als einer der Anweſenden ſchob in abergläubi⸗ ſcher Furcht ein Stück Holz mit dem Fuß in die Flamme, um die Finſterniß zu verſcheuchen, in der jener ſelbſt von den Verdammten der Hölle verſtoßene Schatten ſie beſchleichen könnte.

Während der Kaufmann von dem Regiment Richards III. erzählte, das noch Allen im Gedächtniß nachzitterte, und jeder eine Bemerkung, mit andern Worten ein Verbrechen hinzufügte, fiel der Wider⸗ ſchein des Feuers bis hinüber an den Felſen, unter welchem jene drei Reiſenden ſchliefen und wäre die allgemeine Aufmerkſamkeit nicht anderswo beſchäftigt