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2 4 ſcheußliche Richard III., das Hinwürgen einer ganzen königlichen Familie, die Thronanmaßung des ſtebenten Heinrich, des Jahrelang Flüchtigen und Verbannten — das waren die Gegenſtände der Unterhaltung, 1 welche das zur Neige gehende fünfzehnte Jahrhundert den Reiſenden bot; wohl könnte man ſich wundern, wie zu jener Zeit, welche ſo viele Thaten geſehen, den deuten auch nur eine Minute zum Sprechen übrig
lieb!
Während die Unterhaltung ſich mehr und mehr be⸗ lebte, je nach Sinnes⸗ oder Stammesart der Theilneh⸗ mer, hatte ſich eine kleine Gruppe von Pilgern in den Schutz der Felſen zurückgezogen, unter ein natürliches Gewölbe, über das Rhododendren und Baumklee in voller Blüthe herabhingen. Es waren ihrer drei: 4 der eine ſchon grau vor Alter und ſchmutzig geklei⸗ det, wie damals die ärmeren Juden in Deutſchland, denen zu jener Zeit noch Alles aufſäßig war; der zweite, eine kräftige, breitſchulterige Geſtalt, ſonſt aber gering anzuſehen, wie etwa ein herrenloſer Kriegsknecht in jenen Tagen, er ſchien als Wachthund die beiden andern zu hüten; der dritte endlich, von dem man nichts unterſcheiden konnte als die weichen Um⸗ riſſe der in einen Mantel gehüllten Geſtalt, hatte ſich auf die Blätterſchütte niedergelegt, welche ſeine bei⸗ den Gefährten für ihn zugerichtet. Dieſe glaubten ihn eingeſchlafen, und ſtreckten ſich links und rechts neben ihm aus, um ebenfalls zu ſchlafen.
Ddie Unterhaltung am Feuer hatte während dem unſtät hin⸗ und hergeſchwankt, die Schweizer aber
(es waren ihrer zwei in der Geſellſchaft) verweilten
mit Vorliebe bei den Kriegsthaten ihrer Landsleute;


