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plauen Himmel vor und über ſich ſah und unter ſich die goldglänzenden Auen des Rhonethals, da man in dem erſten Abendnebel ſchon den Nauch des Nacht⸗ lagers zu erkennen glaubte!— Wer leidenſchaftlichen Sinnes war, erſchöpfte ſich in Verwünſchungen, die Verſtändigen hielten Rath; eine Stimme ſchlug vor, nach dem letzten Nachtquartier umzukehren. Aber ſollte man einen gefährlichen Weg von acht Stunden in der Dunkelheit noch einmal machen, um den an⸗ dern Tag denſelben Marſch zum drittenmal anzutre⸗ ten?! Einſtimmig wurde die Umkehr verworfen. Darauf ſchlugen die jüngeren Leute vor, an Ort und Stelle im Freien zu uͤbernachten. So benützte man denn die letzte Tageshelle, um an den Felſenſpalten herumkletternd, harzige Tannenzweige abzuſchneiden oder die Stauden der Alpenroſe in Büſchel zu ſam⸗ meln. Bald war auf dieſe Weiſe das nöthige Brenn⸗ material beigeſchafft, und nachdem einige der Verwe⸗ genſten ſich von der vollſtändigen Unmöglichkeit überzeugt hatten, mit Umgehung der Lawine ins Freie zu kommen, machte Jeder ſich ein Lager von Flechten und Moos zurecht, und wählte ſich einen Winkel unter einem überhängenden Felſen, oder einen Platz am Feuer. Einige Schläuche machten die Runde, deren Inhalt lebhaften Zuſpruch fand, wäh⸗ rend die Führer der einzelnen Züge die Saumthiere abzäumen und ausſpannen oder abpacken ließen, unter der Obhut zweier mit Armbrüſten und langen Meſſern bewaffneten Schildwachen, welche den Zu⸗ gang von der Straße her beſetzten, um die Karawane vor nächtlichem Ueberfall zu ſchützen.
Leute, die ſich zu einem Halt wider Willen verur⸗


