Erſtes Kapitel.
In einem der letzten Sommer des fünfzehnten Jahrhunderts, es war an einem Juniabend, kam eine Karawane von Reiſenden, Pferden, Maulthieren und Wagen, einen jener ſchwerzugänglichen Alpenpäſſe herab, welche gegen das Rhonethal ſich öffnen.
Die Straße, tief eingeſchnitten zwiſchen hohen Granitwänden, zog ſich in leichten Windungen vor den Pilgern hin, als mit einemmal, etwa dreihundert Schritte vorwärts, der Sturz einer Lawine ihnen den Paß verlegte..
Einer rieſenhaften, mit einem Schlag niederge⸗ laſſenen Fallthür vergleichbar, hemmte die weiße Schneemaſſe den kleinen Zug erſt durch ihr Getöſe, hernach durch ihre Trümmer. 8
Es waren etwa zwanzig Menſchen aus verſchiede⸗ nen Ländern, welche, zuvor aus drei Gruppen beſte⸗ hend, ſich am jenſeitigen Fuß des Gebirgs vereinigt hatien⸗ um in jener gefahrvollen Zeit gegen Wölfe,
lbgründe, Räuber und anderes Ungemach um ſo träftiger anzukämpfen.
Durch die ganze Karawane ging beim Anblick des unüberſteiglichen Hinderniſſes ein lautes Wehkla⸗ gen. So nahe dem Ziele, da man ſchon wieder
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