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Herzensschulden : Roman / von Auguste Maquet ; aus dem Französischen von Dr. Gottlob Fink
Entstehung
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kannte, wollte nicht, daß ſie vor der Hochzeit Etwas erfahren ſollte.

Noch mehr, er hatte ſich ſelbſt befragt; er hatte ſeine Kraft geprüft. Der Mann, welchen einſt das erſte Wort aus Caliſtens Mund Lucienne entriſſen hatte, glaubte er ſich ſeiner ſelbſt ſicher genug, um

Paris, das heißt der verliebten, kühnen und in ihren Willensmeinungen heftigen Lucienne Trotz bieten zu können? Würde man ihm nicht in einer mündlichen Erklärung hundert unwiderlegliche Einwendungen machen? Würde man ihn nicht in dieſer von der Beſatzung ſelbſt verrathenen Feſtung belagern, würde man ihm nicht Verwandte, Freunde, Braut über den Hals ſchicken, um ihn zur Capitulation zu veran⸗ laſſen?

Eine geliebte Frau müßte unter ſolchen Stürmen erliegen; wie ſollte diejenige widerſtehen, die nicht mehr geliebt wurde? Armand bebte. Er kannte die Treuloſigkeiten der Abweſenheit, er fürchtete irgend eine Ueberraſchung; er wußte, daß, wenn Caliſte ſich nicht vor den geſetzlich verlangten zehn Monaten ver⸗ heirathen konnte, Lucienne ihrerſeits in acht Tagen Frau von Bierges werden konnte. Und wo wäre dann die Ehre, wo wäre dann die Pflicht? Wer würde die durch dieſe entſetzliche Nachricht niederge⸗ ſchmetterte Caliſte wieder auferwecken?

Nein, das einzige Mittel um ehrlich weiter zu leben war, daß er in Varenna blieb, daß er ſich da

verborgen hielt, daß er augenblicklich unbarmherzig

und ohne die Möglichkeit einer Unterhandlung mit Lucienne brach und Gott anflehte, er möchte ihn

dieſe zehn Monate wie zehn Tage überſtehen laſſen,