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Herzensschulden : Roman / von Auguste Maquet ; aus dem Französischen von Dr. Gottlob Fink
Entstehung
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IV.

Die Nacht war ſehr hell und kalt. Die Tritte der wenigen verſpäteten Spaziergänger im Faubourg Saint⸗Germain widerhallten laut und trocken auf den Trottoirs. Als Armand von Bierges, beide Hände in ſeinen Paletot geſteckt, deſſen hinaufgeſchlagener Sammtkragen ſeinen Nacken und ſein Kinn verhüllte, das Hotel Chaudray verließ, ging er ruhig die Rue de Univerſité entlang, um den Pont de la Con⸗ corde zu erreichen.

Er trat im Gehen ſtark auf und athmete mit Hochgenuß die klare Luft ein, welche ſo viele Leute nur gar zu ſchnell mit dem Rauch einer Cigarre ver⸗ tauſchen. Aber Frau von Bierges hatte, ſo lange ſie lebte, ihren Sohn ſo inſtändig gebeten es nicht wie die Andern zu machen, daß Armand, zuerſt aus kindlicher Chrerbietung und dann aus Ueberzeugung, für immer dem unnennbaren Vergnügen entſagt hatte ſeine Zähne, ſeinen Bart und ſeine Halsbinden mit einem Parfüm zu vergiften, welches die größten Fa⸗ natiker mit Liebe in ihrem Mund empfangen und mit Abſcheu aus ihrem Vorzimmer verjagen.

Armand beſaß Gedanken genug, und ſeine reiche Jugend lieferte ihm Poeſie genug, daß er von der franzöſiſchen Regie keine ſolche zu verlangen brauchte. Nach dem Abend, den wir ſo eben ſkizzirt haben, war der junge Mann ſo aufgeregt durch die wahren Parfüme des Saftes und Lebens, daß er mehr ſprang als ging: ſein Geiſt, ſein Herz und ſeine Seele hat⸗ ten einen koſtbaren Vorrath eingeſammelt. Nichts iſt fruchtbringender und anregender ür edle Gefühle,