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ſtiſchen Worte, die heute Abend Herrn von Bierges entfahren ſind?“
Lucienne ſprach dieſen Namen ohne das mindeſte Bedenken, ohne die leichteſte Unruhe in ihren großen unempfindſamen Augen aus.
„Ja allerdings, ich glaubte das,“ ſagte die Baronin.
„Warum ſollte Frau oon Nowratzin dieſen Ein⸗ druck, den ſie auf alle Welt macht, nicht auch auf dieſen jungen Mann gemacht haben?“
„Ah, Sie ſind gar zu nachſichtig, denn er ſpricht ſich in der That allzu laut aus.“
„Dies wäre für mich ein Grund ruhig zu ſein,“ verſetzte Lucienne.„Ich bin nicht ſehr auf dem Laufenden über die Gewohnheiten einer lebhaften Leidenſchaft. Aber es ſcheint mir, die Leidenſchaften ſind Geheimniſſe und laſſen ſich nicht ſo behaglich mitten in einem Salon ausſprechen. Alles was Herr von Bierges von der Fürſtin ſagte, war natürlich, aufrichtig und folglich harmlos. Wenn ich Fürſt Nowratzin hieße, ſo hätte ich mich an keinem Wort in der Lobrede auf meine Frau geſtoßen.“ 3
„Sehr gut,“ ſagte die Baronin, ganz verwun⸗ dert über dieſes deutſche Phlegma.
„Man kann eine Frau bewundern, ohne ſie zu lieben. Wenn man ganz laut ſagt, daß man ſie liebe, ſo iſt das noch kein Beweis von Liebe. Er erklärt ſie für die ſchönſte der Frauen... für die einzige Frau, die es in der Welt gebe. Das iſt viel⸗
icht wahr, ich kann mich nicht dadurch beleidigt
finden. Ich will durchaus nicht für die Schönſte
gelten, und wenn ich auch dieſe Anmaßung hätte,


