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Herzensschulden : Roman / von Auguste Maquet ; aus dem Französischen von Dr. Gottlob Fink
Entstehung
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1 30 nie zwei Monate hinter einander bei ſeiner Frau geſehen. Dieſe iſt ruhig, ſtolz, verſchloſſen und läßt Nichts durchblicken, was eine Mißhelligkeit zwiſchen ihr und ihrem Gemahl verrathen könnte. Er iſt ein ruſſiſcher Höfling, damit iſt Alles geſagt; er hat nie⸗ mals durch eine Silbe den Groll verrathen, den er, wie man behauptet, gegen die Schützlingin des Kai⸗ ſers ſtets bewahrt haben ſoll. Sie haben hier Un⸗ beſtimmtes und Beſtimmtes genug. Wählen Sie. Dem äußern Anſchein nach iſt die Fürſtin vollkom⸗ men glücklich und unabhängig; ſie hat ſchöne Pferde, ein ſchönes Hotel, große Livree und führt ein großes Haus... 4

Dabei genießt ſie einen ausgezeichneten Ruf?

Ihr Ruf iſt makellos. Sie wird allgemein an⸗ gebetet. Man ſtreitet ſich um ihre Blicke, wie Bett⸗ ler ſich um Perlen reißen würden. Der Kaiſer hat ſie dem Fürſten Nowratzin geſchenkt; aber zehn An⸗ dere bettelten um ſie. Man ſpricht von einem Her⸗ zog von... Der Name fällt mir nicht mehr ein. Es iſt ein Bojar, eine Hoheit, die vor Liebe ſtirbt; jung, ſchön, unwiderſtehlich, hat er niemals vier Worte von der Fürſtin erlangen können. Sie iſt eine vollkommen reine Frau, welcher die etwas feind⸗ ſelige Kälte ihres Gemahls eine an Sprödigkeit gren⸗ zende Behutſamkeit auferlegt. Dies meine Auf⸗ ſchlüſſe; genügen ſie Ihnen? Vollkommen, und ich ſehe, daß ich ganz richtig raiſonnirt habe, ſagte das junge Mädchen mit ihrer gewöhnlichen Kaltblütigkeit.

Laſſen Sie Ihr Raiſonnement hören! Sie glaubten mich beleidigt durch die enthuſia⸗