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und Niemand fühlt dieſe Oberherrlichkeit und dieſes Intereſſe. So geſchah es, daß eine Viertelſtunde
nach der Abfahrt der Fürſtin Nowratzin der Salon
der Baronin Chaudray ſich bedeutend geleert hatte.
Einige Damen proteſtirten durch ihr Dableiben gegen dieſe bedeutungsvollen Fluchten und hielten bis ein Uhr etliche junge Leutchen, ſowie fünfzig⸗ jährige Hofmacher zurück; aber bald verſchwand Alles und es blieb Niemand im Salon, als Herr Frederic Dampmesnil, Luciennes Bruder, deſſen ſich der Ba⸗ ron Chaudray bemächtigt hatte, Madame Dampmes⸗ nil Mutter, die in ihrem großen Lehnſtuhl einge⸗
ſchlafen war, und Lucienne, die ſich neben die Ba⸗
ronin ſetzte, nachdem ſie verſtohlen zugeſehen, wie Herr Armand von Bierges die Schwelle des Vor⸗
zimmers überſchritten hatte.
Die Baronin ergriff Luciennes Hand, eine kalte und feine Hand mit Nägeln ſo feſt wie die Krallen eines Raubvogels. 3
„Verzeihen Sie,“ ſagte das junge Mädchen, „daß ich Sie zu einer ſolchen Stunde noch aufhalte.
Aber ich möchte gern der Sache auf einmal
ein Ende machen und Ihnen für Ihre Güte gegen mich danken!“
„Der Sache ein Ende machen?“ verſetzte die Ba⸗ ronin munter.„Ich begreife das vollkommen.“
Lucienne blieb mit geſenkten Augen in einer mehr nachdenklichen als beſcheidenen Haltung ſtehen.
„Der arme Junge,“ fuhr die Baronin fort.„Er hat Unglück gehabt. Sie wollten ihn nun einmal ganz natürlich ſehen und Sie haben ihn ſo geſehen. Ich glaube ihn nicht für Sie geſchminkt zu haben,


