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„Wir werden niemals ſchön ſein wie Sie, meine Damen,“ ſagte ein galanter alter General.
„Sie haben vollkommen Recht, Herr General,“ verſetzte Armand.„Sehen Sie einmal dort die Frau Fürſtin Nowratzin mit ihrem weißen Kleid und ihren rothen Roſen. Kleiden Sie einen Mann in Seide wie die Kolibri, in Gold wie die chineſiſchen Faſanen, in Laſurſtein, Smaragden und Diamanten, wie der kleine Paradiesvogel, und ſtellen Sie mir dann den Kerl neben dieſe Dame, die einfach wie eine Lilie iſt, ſo werden Sie ſehen, welche Figur er macht.“ 4
„Sie finden ſie alſo ſehr ſchön?“ fragte die Baronin unvorſichtig, während die Gräfin Gorthiany bebend vor Spannung auf die Antwort harrte.
„Sie iſt die Schönheit ſelbſt,“ ſagte Armand. „Sie iſt mehr als die Schönheit, ſie iſt eine Frau. Es iſt jetzt, glaube ich, bald ſechs Monate, daß ſie in Paris iſt, und ich habe ſie einige Tage nach ihrer Ankunft auf dem Geſandtſchaftsball geſehen. Ach, mein Gott, rief ich, als ich ſie bemerkte, das nenne ich einmal eine Frau! Und ich ſagte dies, wie wenn ich noch niemals eine bemerkt hätte. Ge⸗ ſtehen Sie, meine Damen, daß Sie noch nie eine ſolche Impertinenz gehört haben; denn Sie ſind alle ſehr ſchön und vielleicht noch ſchöner als die Fürſtin. Was kann ich machen? Es iſt ein Wahnſinn, eine Krankheit meiner Augen.“
Bei dieſer ſeltſamen Erklärung, welche halblaut mitten in dem kleinen Zirkel abgegeben wurde, über⸗ kam die Baronin ein Zittern. Sie warf dem Rath einen verblüfften Blick zu, welchen dieſer mit einer


