Federn beſtehend, die mit Spiegelchen überſtreut wa⸗ ren, den jungen Mann ſechzigmal ſtatt einmal zu⸗ rückſtrahlte. 5
„Wie ſpät Sie gekommen ſind,“ ſagte die Ba⸗ ronin, an deren Seite die Gräfin Gorthiany ſaß, eine prächtige Polin mit grünen Augen, flammenden Haaren und antiken, keck gemeißelten Formen, welche in die Falten eines hellrothen Sammtkleides gehüllt waren.
„Es war ſo ſchön, Madame,“ antwortete Ar⸗ mand;„die Straßen ſind trocken und der Himmel voll von Sternen; ich bin zu Fuß von meinem Boulevard de la Madeleine gekommen und gedenke ebenſo zurück zu gehen.“
Armands Stimme war lieblich und etwas ge⸗ dämpft; der Zauber der Stimme iſt ebenſo gewaltig wie der Zauber der Schönheit. Die Liebe kann ebenſo gut durch das Ohr als durch die Augen. in ein Herz hinabſteigen.
„Ihr Salon iſt heute Abend glänzend,“ fügte der junge Mann hinzu.
„Blendend,“ ſagte die Baronin,„und die ſchwar⸗ zen Fräcke müſſen ſich ſehr armſelig vorkommen... Wenn ſie wenigſtens von Sammt wären!“
„Nun ja, Madame,“ antwortete Armand,„die Männer würden dann vielleicht weniger häßlich ſein; aber Tags darauf würden die Frauen für ſich einen neuen Stoff ausgedacht haben, neben welchem unſer Sammt ebenſo armſelig wäre, wie jetzt unſer Tuch!“
„Sie beſitzen alſo ſehr wenig Einbildungskraft, meine Herren,“ ſagte die Gräfin Gorthian).„In⸗
zwiſchen iſt es ſchon Etwas ſchön zu erſcheinen..


