ſtündchen erſucht hatte. Der Rath ging ſtark in ſein ſechzigſtes Jahr. Ein intelligenter, makelloſer Mann von altem ächt ariſtokratiſchem Stamm, hatte er ſich die Freundſchaft der Baronin dadurch erworben, daß er ſie durch kluge Rathſchläge und eine freundliche Vermittlung bei ihrer Verheirathung mit Chaudray unterſtützte. Allerdings hätte man ihn etwas be⸗ rühmter, etwas ehrgeiziger gewünſcht. Ein Referen⸗ där war in der That ganz und gar nichts Außer⸗ ordentliches unter ſo vielen lebendigen Curioſitäten; allein, wir haben es bereits geſagt, die Baronin war uug und verſtindig⸗ Sie wußte, daß Herr von ie inen Sohn hatte, der ein wahrer Schatz wahrer Held war. Dieſer Sohn zählte 27 Jahre und war ſo ſchön, ſo allerliebſt, ſo edel und ſo geſetzt; man ſlaen er beſitze ſo ausge⸗ zeichnete Gaben, daß er mit einiger Unterſtützung den Gipfel des menſchlichen Glanzes erreichen müſſe in einer Geſellſchaft, die, ſagen wirs offen, wenn ſie auch den Mann von Genie allzu häufig zwingt ſeine Flügel einzuziehen, ihm dennoch im Anfang immer Muth macht ſie zu entfalten.
„Ja,“ ſagte die Baronin zwiſchen zwei ſehr freundlichen Händedrücken zu dem Rath,„ich habe Sie heute ſchon etwas früher als gewöhnlich zu ſehen gewünſcht. Eine große Nachricht!... Aber vor Allem ſind Sie gewiß, daß Ihr Sohn Armand heute Abend hierher kommen wird??
„Er hat es mir ohne alle Nöthigung verſprochen, Madame; er liebt Ihr Haus und Sie ſelbſt mit einer Art von Leidenſchaft. 4 Nun dann iſts gut! Wenn er mich heute Abend


