Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
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Ging es den Auswandrern auch ſchmerzlich zu Herzen, ihre heimiſche Flur, ihre Berge zu verlaſſen? Gewiß; ei⸗ nen Schmerz giebt's bei ſolcher Trennung immer. Er muß indeſſen doch nicht allzuheftig geweſen ſeyn; denn jetzt, da die beiden großen Hinderniſſe, Don Rodrigo und die Achtserklaͤrung, gehoben waren, haͤtten ſie ja recht gut im Vaterlande bleiben, und ſich dieſen Schmerz erſparen können. Doch hatten ſich ſeit einiger Zeit alle Drei ſchon daran gewoͤhnt, das Land, dahin ſie gingen, als das ihrige zu betrachten. Renzo lieferte den Frauen einladende Schil⸗ derungen davon, ſprach von den Vortheilen, deren ſich die Arbeiter daſelbſt zu erfreuen haͤtten, und pries ſich das gute Leben, das man druͤben fuͤhrte. Auch hatten ſie ſaͤmmtlich in dem Lande, welchem ſie jetzt den Ruͤcken zu⸗ wandten, herbe Augenblicke empfunden, und traurige Er⸗ innerungen koͤnnen uns die Gegend, an die ſie mahnen, mit der Zeit entzaubern und verleiden. Und iſt dieſe Ge⸗ gend zugleich das Geburtsland, ſo liegt in ſolchen Erin⸗ nerungen vielleicht noch etwas Bittreres und Schmerzliche⸗ res. Auch das Kind, ſagt unſer Manuſeript, ruht gern am Buſen der Amme, es ſucht mit Begierde und Vertrauen die Bruſt, welche bisher ſo ſorgſam ihm Nahrung gereicht; aber wenn die Amme, um es zu entwoͤhnen, ſie mit Wer⸗ muth beſtreicht, zieht es die Lippe zuruͤck, verſucht wohl noch einmal, flieht aber endlich davor es weint, duch es flieht.

Was wird nun der Leſer ſagen, wenn er erfaͤhrt, daß Nenzo, gleich nachdem ſie im Bergamaskiſchen angekom⸗ men, und in ihrer Wohnung ſich eingerichtet hatten, derbe und vorbereitete Verdrießlichkeiten antraf? Kleinigkeiten;