wenn man den Sagen nicht nahbulft ſo ſind ſie an ſich ſelbſt ziemlich unfruchtbar.
Bei der Ruͤckkehr fand ſich nur ein einziges Ungemach. 1 Es traf den jungen Ehemann, und beſtand in der Laſt des Geldes, welches er mit nach Hauſe ſchleppen mußte. Aber unſer Renzo hatte, wie der Leſer weiß, weit herbere Ver⸗ drießlichkeiten ausgeſtanden. Von der geiſtigen Anſtren⸗ gung, die freilich auch nicht klein war, wie man nehmlich dieſes Geld am lohnendſten unterbraͤchte, reden wir nicht. Wenn man die Plaͤne ſah, die ihm durch den Kopf ſtri⸗ chen, die Hirngeſpinnſte, das Aufbauen und Niederreißen, das Fuͤr und das Gegen, ob es bei'm Handwerk bleiben oder der Ackerbau wieder vorgenommen werden ſollte, ſo haͤtte man zwei Akademien des vorigen Jahrhunderts vor ſich zu ſehen geglaubt. Und fuͤr Renzo war die Sache noch weit laͤſtiger und verwickelter. Denn da er nur ein einziger Menſch, ſo ließ ſich nicht ſagen, was brauch' ich zu waͤhlen? Beides zuſammen⸗ wenn's gut geht; die Mit⸗ tel ſind die nehmlichen, zwei Fuͤße, die mitſammen beſſer als ein einzelner gehen.
NRun ging's an ein Buͤndelſchnuͤren, und Alles machte ſich reiſefertig, das Haus Tramaglino nach dem neuen Va⸗ terlande, die Wittwe nach Mailand. Thraͤnen, Dankſa⸗ gungen, und Verſprechen, ſich zu beſuchen. Nicht weniger zaͤrtlich trennten ſich Renzo und ſein gaſtlicher Freund, und auch mit Don Abbondio ging es nicht lau ab. Die drei Leutchen hatten jederzeit an ihrem Pfarrer ehrerbietig ge⸗ hangen, und auch dieſer im Grunde ihnen wohl gewollt. Die verwetterten Geſchichten aber kreuzten die gegenſeiti⸗ geit Empfindungen.


