— 330— ſonſt geſchehen konnte, hat nach ſo langer Zeit nichts mehr zu bedeuten. Und dann hab ich das Vergnuͤgen, Euch zu trauen.“
„Sie wiſſen, daß wir gerade deßwegen gekommen ſind,“ ſagte Renzo.
„Ganz gut, und ich ſtehe zu Dienſten, will auch ſo⸗ gleich Seiner Eminenz davon Nachricht geben.“
„Wer iſt ſeine Eminenz?“ fragte Agneſe.
„Seine Eminenz/“ belehrte ſie der Pfarrer,„iſt unſer Herr Kardinal Erzbiſchof, den Gott erhalten wolle.
8 da bitte ich gar ſchoͤn um Entſchuldigung,“ ver⸗ ſetzte Agneſe;„denn obſchon ich nichts gelernt habe, kann ich Ihnen doch verſichern, daß man ſich nicht ſo ausdruͤckt. Wie wir das zweite Mal bei ihm geweſen, um mit ihm zu ſprechen, wie ich hier mit Ihnen ſpreche, zog mich einer von den Herren Prieſtern bei Seite, und erklaͤrte mir, wie ich mich mit der Zunge gegen den Herrn zu benehmen haͤtte; man muͤßte Ihre erlauchte Gnaden und Monſignore zu ihm ſagen, fluͤſterte er mir zu.“
„und wenn der Mann Euch heute belehrte, wuͤrd' er Euch zußluͤſtern, daß man Eminenz zu ihm ſagt. Verſtan⸗ den? Denn der Pabſt, den Gott gleichfalls erhalten moͤge,
hat im Monat Juni die Vorſchrift erlaſſen, daß den Her⸗
ren Kardinaͤlen dieſer Titel gegeben werden ſoll. Und wollt Ihr wiſſen, wie es zu dem Beſchluß gekommen ſeyn wird? Denn das„erlauchte Gnaden,“ ſo ſie und verſchiedene Fuͤrſten bekamen, Ihr ſeht ſelbſt, was daraus geworden iſt, wie's Jedweder zu hoͤren kriegt, und wie ſiess gierig ſich zu erſchleichen wiſſen. Was war alſo zu thun? Es Allen neh⸗ men? Klagen, Aerger, Verdrießlichkeiten, Hader, und uͤber⸗
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