— 327— man den kuͤrzeſten Weg waͤhlen wollte, ohne ſich in ſo viele Geſchichten einzulaſſen, da die jungen Leute und unſre Agneſe hier die Abſicht haben, aus der Hei⸗ math auszuwandern— und das Vaterland iſt freilich da, wo's Einem gut geht— ſo ſollte ich meinen, es ließe ſich dort Alles weit beſſer abmachen; dort hat keine Acht was zu ſagen. Ich ſehe wahrhaftig die Stunde noch nicht, wo ſich dieſe Verheirathung bewerkſtelligen laͤßt,
und doch wollt' ich gern, daß ſie abgemacht wuͤrde, aber
in Ruh' und Frieden. Ich will die Wahrheit geſtehen; hier, da die Achtserklaͤrung noch in vollkommener Guͤl⸗ tigkeit, den Namen Lorenzo Tramaglino vor'm Altar ausſprechen, ich koͤnnt's nicht mit ruhigem Herzen. Ich wuͤnſch' ihm alles Gute, aber ich muͤßte fuͤrchten, ihm
einen ſchlimmen Dienſt damit zu thun. Sehen Sie, ſeht
Ihr, Kinder?“
Agneſe und die Wittwe machten ſich nun mit Eifer an die Bekaͤmpfung dieſer Gruͤnde. Don Abbondio ſtellte ſie unter einer andern Geſtalt wieder in's Feld; man blieb immer bei'm Anfang. Ploͤtzlich aber trat Renzo ein, ſchritt raſch vorwaͤrts, und hatte eine Nachricht im Ge⸗ ſichte.—„Der Herr Marcheſe*** iſt angekommen!“ ſagte er.
„Was ſoll das heißen?“ fragte Don bbondio, und ſtand auf.„Angekommen, wo?“
„In ſeinem Schloſſe, das ſonſt dem Don Rodrigo gehoͤrte. Denn dieſer Herr Marcheſe iſt ſein Erbe, wie ſie ſagen. So laͤßt alſo ſich nicht mehr zweifeln. Ich, fuͤr mein Theil, es ſollte mir lieb ſeyn, wenn ich erfahren thaͤt', daß der arme Mann noch wie ein guter Chriſt ge⸗


