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wenn's noch etliche Minuten laͤnger gedauert, haͤtt' er mir wieder ein Paar lateiniſche Brocken vorgeritten. Ich merk', daß die Sache ſich noch einmal in die Laͤnge ziehen will; beſſer, wir machen's geradesweges, wie ich geſagt habe, gehen hin, und laſſen uns da trauen, wo wir zu leben und zu wohnen gedenken.“
„Wißt Ihr, was wir thun wollen?“ ſprach die Wittwe.„Wir Frauen wollen hingehen, und auch einmal die Probe machen; vielleicht wiſſen wir ihn bei der rechten Schhleife zu faſſen. So hab' ich zugleich das Vergnuͤgen, den Mann kennen zu lernen, und kann mich uͤberzeugen, ob er ſo ein jaͤmmerlicher Kauz iſt, wie Ihr ſagt. Nach dem Mittagseſſen machen wir uns auf den Weg, und laſſen ihn ſo geſchwind nicht wieder aus dem Garn. Jetzt, Herr Braͤutigam, fuͤhrt uns Beide ein Bischen ſpazieren, waͤhrend Eure Schwiegermutter im Hauſe zu thun hat. Ich werde Luciens Mutter ſpielen. Moͤchte gar gern einmal in freier Ausſicht dieſe Gebirge ſehen, den See hier, wovon ich ſo viel ſprechen gehoͤrt habe; das Bischen, was ich ſchon davon zu ſehen bekommen, nahm ſich allerliebſt aus.“
Renzo fuͤhrte ſie fuͤr's Erſte nach dem Hauſe ſeines jungen Gaſtfreundes, und hier gab's ein zweites Feſt. Sie ließen ſich von ihm verſprechen, daß er nicht bloß heute, ſondern alle Tage, wenn er koͤnnte, nach Luciens Hauſe hinkommen wuͤrde, um mit der Geſellſchaft zu eſſen. 4
Nach dem Spaziergange ward Mittagstafel gehalten. Dann entfernte ſich Renzo raſch, ohne zu ſagen, wohin er ging. Die Frauen blieben noch eine Zeitlang beiſam⸗


