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hauptung, die kein Menſch auf Erden wohl verfechten moͤchte; es iſt alſo uͤberfluͤſſig, davon zu reden. Die koͤr⸗ perlichen Weſen ſind entweder einfach oder zuſammengeſetzt.
Ein einfaches Weſen iſt das Anſteckungsuͤbel nicht, und
das laͤßt ſich in vier Worten darthun. Es iſt kein lufti⸗ ges Weſen; ſonſt wuͤrde es, ſtatt von einem Koͤrper zum andern uͤberzugehen, ſich divergirend verfluͤchtigen. Es iſt kein waͤſſriges; ſonſt wuͤrde es uͤberfließend ſich ausbreiten, und von den Winden aufgetrocknet werden. Es iſt kein feuriges; ſonſt wuͤrde es Alles verbrennen. Es iſt kein ir⸗ denes; ſonſt muͤßte es ſichtbar ſeyn. Ein zuſammengeſetz⸗ tes Weſen eben ſo wenig; ſonſt muͤßte es auf jeden Fall ſich dem Auge oder dem Taſtſinn zu erkennen geben. Wer hat aber dieſe Peſt geſehen? Wer hat ſie gefuͤhlt? Es bleibt alſo zu betrachten, ob ſie eine Eigenſchaft iſt. Hier ha⸗ pert's noch weit aͤrger. Die gelehrten Herren ſagen uns,
ſie theilt ſich von einem Koͤrper dem andern mit; denn das
iſt ihr Achilles, ihr Hauptvorwand, um ſo viele vernunft⸗ loſe Verordnungen in die Welt zu ſchicken. Die Peſt ſey alſo einmal eine Eigenſchaft, ſo muͤßte ſie eine uͤberge⸗ pflanzte Eigenſchaft ſeyn, und dieſe beiden Worte brechen beſagten Herren den Hals; denn in der ganzen Philoſophie iſt nichts klarer, nichts einleuchtender, als daß eine Ei⸗ genſchaft nicht voͤn einem Gegenſtande zum andern uͤber⸗ gehen kann. Wenn beſagte Herren ſich alſo, um dieſe Scylla zu vermeiden, zur Behauptung gezwungen ſehen, daß die Peſt eine ſelbſterzeugte Eigenſchaft, ſo ſcheitern ſie an der Charybdis; denn iſt ſie ſelbſterzeugt, ſo theilt ſie ſich nicht mit, und pflanzt ſich nicht fort, wie ſie beſtaͤn⸗ dig fabeln. Stehen dieſe Hauptſätze feſt, wozu denn im⸗


