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Hier traf er Bortolo in vollkommener Geſundheit; die Furcht, ſie zu verlieren, war ziemlich verſchwunden; denn auch dort hatte waͤhrend der wenigen Tage mit unglaub⸗ licher Schnelligkeit Alles die gluͤcklichſte Wendung genom⸗ men. Die Krankheiten waren nicht mehr dieſelben, das Erkranken hoͤchſt ſelten; man begegnete der toͤdtlichen Miß⸗ farbigkeit, wie den gewaltſamen Zeichen des Uebels nicht mehr; es beſtand in einem leichten Fieber, welches groͤß⸗ tentheils ausſetzte, und zeigte ſich eine kleine verfaͤngliche Beule, ſo ließ ſie ſich wie ein gewoͤhnliches Blutgeſchwuͤr heilen. Auch der Anblick des Landes ſelbſt erſchien ver⸗
wandelt, die Ueberlebenden fingen an, wieder an's Licht des Tages hervorzutreten; man zaͤhlte ſich, und ſtattete einan⸗ der wechſelſeitig ſeine Beileidsbezeugungen, ſeine Gluͤck⸗ wuͤnſche ab. Schon ſprach man von Wiederbeginn der ge⸗ wohnten Geſchaͤfte; die Herren dachten darauf, Arbeiter zu ſuchen und anzuwerben; vorzuͤglich in ſolchen Faͤchern, wie in der Seidenſpinnerei, in welchen auch vor der Landes⸗ plage ſchon die geſchickten Haͤnde nicht allzu haͤufig gewe⸗ ſen. Ohne den Zaͤrtlichen zu ſpielen, verſprach Renzo ſei⸗ nem Vetter, ſobald er zur Ueberſiedlung mit den Seinigen angekommen, wieder in's Geſchaͤft einzutreten. Indeſſen gab er ſeine Auftraͤge zu den noͤthigen Vorbereitungen; er verſchaffte ſich eine geraͤumige Wohnung, was jetzt ſehr leicht und durchaus nicht koſtſpielig geworden, verſah ſie mit Geraͤthſchaften und Hausbedarf/ und griff dießmal ſei⸗ nen Schatz an, ohne jedoch eine große Luͤcke hinein zu rei⸗ ßen. Denn Alles war im Ueberfluß und deſto wohlfeile⸗ ren Preiſes, ie furchtbarer die Peſt die Bevoͤlkerung gelich⸗ tet hatte. 4*
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