Regen machte keine Miene nachzulaſſen. Da er aber in den Beinen eine ruͤſtigere Kraft fuͤhlte, als je, da ihn die Schwierigkeiten eines Unterkommens zuruͤckſchreckten, ſo dachte er an kein Unterkommen; auch mochte er, durchnaͤßt wie er war, nicht lange raſten. Das einzige Beduͤrfniß, welches ſich bemerkbar machte, war ein tuͤch⸗ tiger Hunger; bei einem erlebten Gluͤck, wie ſein heu⸗ tiges, ließ ſich noch weit mehr, als das Bischen Suppe des Kapuziners, recht fuͤglich verdauen. Er ſah ſich da⸗ her nach einem Baͤckerladen um und traf einen; ſo er⸗ hielt er zwei Brode, wieder mit der Feuerzange und den uͤbrigen Umſtaͤndlichkeiten, fuhr mit dem einen in die Taſche, mit dem andern lwiſchei die Zaͤhne, und dann vorwaͤrts.
Als er durch Monza kam, war's vollkommen Nacht; dennoch wußte er ſich auf die rechte Straße hinaus zu finden. Von hier an aber ging's herb. Die Straße, welche gleich einem Flußbette, wie ſchon berichtet wor⸗ den, zwiſchen zweien Waͤnden hinlief, konnte jetzt ein langer Sumpf, wo nicht ein Strom genannt werden; bei jedem Schritte Loͤcher und Untiefen, daß feſtgebun⸗ dene Schuhe und gute Beine dazu gehoͤrten, wenn ſie nicht ſitzen bleiben ſollten. Renzo watete aber hindurch, ſo gut es ging, ward durchaus nicht ungeduldig, ließ kein boͤſes Wort ſich entwiſchen, und die Muͤhe ſich nicht reuen; bei jedem Schritte, ſo ſauer er ihm bisweilen ward, ſiel ihm ein, daß er ja ihn weiter bringe, daß das Waſſer abfließen werde, ſo bald es Gott gefalle, daß es zur beſtimmten Zeit tagen muͤſſe, und daß der Weg, welchen er ſo eben mache, dann gemacht waͤre.


