Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
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— 294— dem er hinan getreten, ſorach Bruder Criſtoforo mit lau⸗ ter feierlicher Stimme zu Lucien:„Kraft der heiligen Ge⸗ walt, ſo die Kirche mir anvertraut hat, erklaͤre ich Euch hiemit geloͤſt vom Geluͤbde der Jungfraͤulichkeit, erklaͤre Alles, was Ihr darin unbeſonnener Weiſe gelobt, fuͤr nich⸗ tig, und entbinde Euch jeder Verpſtichtung welche ahr dabei auf Euch genommen.“

Welche paradieſiſchen Floͤtentoͤne des Entzuͤckens für Renzo! Er dankte mit funkelnden, feuchten Augen dem Redner, und ſuchte dann, obſchon derqehen Lucien V⸗ gen zu begegnen.

„Kehret mit der Sicherheit des Friedens zu Euren fruͤheren Gedanken zuruͤck,“ fuhr der Kapuziner fort,„fle⸗ het zum Herrn aufs Neue um die Gnade, um die Ihr ſonſt gefleht, eine fromme Gattin zu werden, und ſeyd uͤberzeugt, daß er ſie Euch, nach ſo vielfachen Leiden, in reichlicherem Maaße gewaͤhren wird. uUnd Du, mein Sohn, erinnere Dich, wenn die Kirche dieſe Gefaͤhrtin Dir zu⸗ fuͤhrt, ſo thut ſie es nicht, um Dich mit einem voruͤber⸗ gehenden, weltlichen Troſte zu beſchenken. Solch ein Troſt, vermoͤcht' er auch Euch vollſtaͤndig und ohne hinzutretende Widerwaͤrtigkeiten zu laben, wuͤrde doch mit einem großen Schmerze im Augenblicke endigen, da Ihr von einander ſcheiden muͤſſet; ſie thut es, um Euch eine Straße zu er⸗ oͤffnen, wo die Quellen des Troſtes unverſieglich rinnen. Liebet Euch, wie Gefaͤhrten auf der Reiſe; es begleite Euch der Gedanke, daß Ihr einſt zur beſtimmten Stunde Euch verlaſſen muͤſſet, und der Glaube, daß Ihr fuͤr immer Euch wiederfindet. Stattet dem Himmel Euren Dank ab, daß er Euch nicht durch rauſchende verhallende Froͤhlichkeit zu

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