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und ein Verſprechen bereut, ſo man der heiligen Jung⸗ frau gethan? Ich hab'’ es damals von ganzem Herzen aus⸗ geſprochen..“ Von einer ſo unerwarteten Hoffnung gleichſam angegriffen, war Luciens Gemuͤth auf's heftigſte bewegt; ſie fuͤhlte einen Zweifel aufſteigen, und hatte ge⸗ glaubt, durch alle die Gedanken, welche ſeit ſo langer Zeit die vorzuͤglichſte Beſchaͤftigung ihres bruͤtenden Geiſtes ge⸗ weſen, es unerſchuͤtterlich befeſtigt zu haben.
„Eine Suͤnde, Kind?“ ſagte Bruder Criſtoforo. „Suͤnde, zur Kirche ſeine Zuflucht zu nehmen, ihren Die⸗ ner zu erſuchen, daß er Gebrauch mache von der heiligen Gewalt, ſo er von ihr und ſie von Gott erhalten? Ich bin Zeuge geweſen, wie Ihr Beide zur Vereinigung ge⸗ ſchritten, und bei'm Himmel, wenn ich jemals geglaubt
habe, daß ein Paar der Liebe von Gott zu einander gelei⸗
tet worden, ſo wart Ihr dieſes Paar; jetzt ſeh ich nicht, warum derſelbe Gott Eure Trennung wollte. Ich muß ihn preiſen, daß er mir, unwuͤrdig wie ich bin, die Kraft verlichen, in ſeinem Namen zu ſprechen, und Euch Euer Wort Euch wieder zu gehen. Wenn Ihr mich erſucht, ich ſolle Euch Eures Geluͤbdes entbunden erklaͤren, werd ich keinen Augenblick mich bedenken, es zu thun, und ich wuͤn⸗ ſche, daß Ihr mich darum erſuchet.“
„Dann, dann..“ ſagte Lucia mit einer Miene, welche nur die Schaam verwirrte,„ja dann erſuche ich Sie darum!“
Der Moͤnch rief den Juͤngling durch einen Wink her⸗ bei. Dieſer ſtand im entfernteſten Winkel, und ſah mit aufmerkſamen Blicken nach dem Geſpraͤche hin, mit wel⸗ chem ſein Wohl und Weh entſchieden werden ſollte. Nach⸗


