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ſelbſt, die heilige Jungfrau hat die Abſicht Eures betruͤb⸗ ten Herzens wohlgefaͤllig aufgenommen, und ſie dem ewi⸗ gen Vater fuͤr Euch dargeboten. Sagt mir aber, habt Ihr Euch mit Niemandem jemals daruͤber berathen?“
„Ich habe nie geglaubt, daß es etwas unrechtes ſeln, um es zu beichten, und das wenige Gute, ſo wir Men⸗ ſchen auf Erden thun koͤnnen, das duͤrfen wir nicht zaͤhlen.“
„Habt Ihr keinen andern Beweggrund, der Euch etwa
zuruͤckhaͤlt, das Wort, ſo Ihr dem Jüngling gegeben, wahr zu machen?“
„Was ihn betrifft... fuͤr mich— was fuͤr'nen Be⸗ weggrund ſonſt? Ich wuͤßte nicht zu ſagen... ſouſt kei⸗ nen.“— Die zoͤgernde Antwort aber verkuͤndigte ganz et⸗
was Andres, als eine Ungewißheit des Gedankens, welchen
ſie zu erkennen gab, und ihr Geſicht, noch von der Krank⸗ heit entfaͤrbt, bluͤhte ploͤtzlich in der lebhafteſten Roͤthe auf.
„Glaubt Ihr,“ nahm der greiſe Moͤnch, den Blick ſenkend, das Wort,„daß Gott ſeiner Kirche die Gewalt gegeben, die Schuldigkeiten und die Verpflichtungen, zu welchen ſich die Menſchen gegen ihn verbunden haben konnen, aufzuloͤſen und unwirkſam zu machen, ſobald ein groͤßeres Heil daraus erwachſen kann?“
„Gewiß,“ ſagte das Maͤdchen,„das glaub' ich.⸗
„So wiſſet, wir Diener Gottes, die wir mit der Pflege der Seelen hier auf Erden beauftragt, wir haben fuͤr alle Diejenigen, ſo ihre Zuflucht zu uns nehmen, die weiteſte Befugniß der Kirche. Ich kann alſo, wenn Ihr es ver⸗
langt, von jeder Verpflichtung, wie ſie auch immer laute,
Euch losſprechen, und das Band dieſes Geluͤbdes trennen.“ „Iſt's aber nicht eine Suͤnde, wenn man zuruͤcktritt,


