Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
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ſich leicht denken; doch einſtweilen nur, bis ſie Anchrich von ihrer Mutter erhalten, und den Willen dieſer, wie ſie hoffte, erfahren haͤtte. Zuruͤckhaltend, wie ſie war, hatte

ſie uͤbrigens weder von ihrem Eheverſprechen, noch von ih

ren ſonſtigen außerordentlichen Erlebniſſen jemals ein Wort fallen laſſen. Jetzt aber, in einer ſo gewaltſamen Aufre⸗

gung der Gefuͤhle, empfand ſie eben ſo maͤchtig das Be⸗ duͤrfniß, ihrem Herzen Luft zu machen, als die Andre das Geheimniß zu erfahren wuͤnſchte. Lucia faßte mit beiden Haͤnden ihre Rechte, machte ſich augenblicklich an die Be⸗

antwortung ihrer Frage, und das Schluchzen war diee ein⸗ zige Hemmung des Geſtaͤndniſſes.

Nenzo flog indeſſen nach der andern Seite des Gebän⸗ des. Erſt nach eifrigem Suchen, nicht ohne verlorene

Schritte, fand er ſich nach der Gegend wieder hin. Er 8

ſah die Huͤtte, aber Pater Criſtoforo war nicht darin. Nun ſchwaͤrmte er rings umher, ſpaͤhte nach allen Seiten, und entdeckte ihn endlich in einem Zelte, wo er, gebeugt und mit dem Munde faſt am Boden, einen Kranken troͤſtete. Renzo blieb ſtehen, und wartete ſchweigend. Bald ſah er, wie ſein Criſtoforo dem armen Ungluͤcklichen die Augen

zudruͤckte, darauf ſich auf's Knie warf, einige Sekunden

betete und dann aufſtand. Endlich kam er bero, und ſchritt auf den Juͤngling zu. „FEi,“ ſagte der Moͤnch, nachdam er ihn in's eche ge⸗

faßt.„Nun?“

„Sie iſt hier, ich hab' ſie gefunden.“

„In was fuͤr'nem Zuſtande?“ „Geheilt,“ ſagte Renzo,„außer'm Bette venigſens 2 „Der Herr ſey gelobt!"

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