Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
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nigen Tagen ihren Gatten und alle ihre Kinder hinſchei⸗ den geſehen; kurz darauf wurde auch ſie vom allgemeinen Uebel uͤberfallen, in das Lazareth gebracht, und in dieſelbe Huͤtte gelegt, wo ſich Lucia befand. Dieſe hatte ſo eben, ohne es zu empfinden, die furchtbarſte Wuth der Krankheit uͤberſtanden, und eben ſo wenig es empfindend, ihre Ge⸗ fahrtinnen verſchiedentlich gewechſelt; jetzt fing ſie an, zu ſich ſelbſt zu kommen, und das Bewußtſeyn, welches ſie ſeit dem erſten Anfall in Don Ferrante's Hauſe ſchon ver⸗ loren, wieder zu erlangen. Die kleine Huͤtte konnte nicht mehr als zwei Gaͤſte faſſen; ſo hatte ſich zwiſchen dieſen beiden Frauen, betruͤbt, verlaſſen, angſtvoll und allein in dieſer Menſchenmenge, wie ſie waren, gar bald eine Innigkeit der gegenſeitigen Neigungen gebildet, welche ſonſt kaum nach einem vieljaͤhrigen Umgange ſich gefun⸗ den haͤtte. Binnen Kurzem ſah ſich Lucia im Stande, ihrer Zeltgenoſſin, die gerade ſehr ſchwer danieder lag, Dienſte zu leiſten. Nachdem aber dieſe die Gefahr uͤberlebt, leiſte⸗ ten ſie einander Geſellſchaft, ermuthigten und bewachten ſich; ſie hatten ſich das Wort gegeben, nur mitſammen aus dem Krankenhauſe zu gehen, und um ſich auch nach⸗ her nicht zu verlaſſen, andere Verabredungen genommen. Die Kaufmannsfrau, die unter der Obhut eines Geſund⸗

heits⸗Commiſſars, ihres Bruders, Haus, Speicher und Kaſſe, Alles im beſten Zuſtande, hinterlaſſen, ſollte ſich nun trau⸗ rig und einſam als die Beſitzerin eines Vermoͤgens ſehen, mit welchem mehr als gemaͤchlich ſich leben ließ; ſie wuͤnſchte daher, Lucien bei ſich zu haben, wie eine Tochter oder Schweſter. Mit welcher Dankbarkeit fuͤr die Gefaͤhrtin und die Vorſehung Lucia dieſen Vorſchlag ergriffen, laͤßt