Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
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blick wie dieſen erlebt habe. Du haſt mir bisher deinen Beiſtand geliehen, leihe mir ihn auch jetzt.

„Ja, Lucia,“ ſagte Renzo,„Du haſt Recht, wenn Du die Mutter Gottes anrufſt; warum willſt Du Dir aber einreden, daß dieſe Mutter der Barmherzigkeit, die ſo gut iſt, an unſern Leiden, an meinen wenigſtens, einen Wohl⸗ gefallen habe, weil Dir ein Wort in einem Augenblick entwiſcht, wo Du in Aengſten nicht wußteſt, was Du ſprachſt? Meinſt Du, ſie habe Dir damals geholfen, um Dich hernach in Jammer verwickelt zu halten? Wenn aber das bloß'ne Ausrede iſt, wenn ich Dir verhaßt ge⸗ worden bin, ſo ſag's mir, ſprich mit klaren Worten.“

„Um aller Heiligen Willen, hoͤr' auf, Renzo, Du bringſt mich um. So endet's nicht gut. Geh zum Vater

Criſtoforo, empfichl' mich ihm, und kehre nicht wieder zu⸗ ruͤck, kehr' nicht wieder zuruͤck!“

„Ich gehe. Denk'’ aber, ob ich nicht wieder zuruͤck kehren will! Ich thaͤte zuruͤck kehren, waͤr's auch vom Ende der Welt, ich thaͤte zuruͤck kehren!"(—— Mit dieſer Betheue⸗ rung eilte er hinweg.

Lucia ſetzte ſich neben dem Bette nieder, oder ſank vielmehr zur Erdez ſie legte den Kopf an die Seitenlehne des Bettes an, und ließ ihren Thraͤnen freien Lauf. Die Frau, welche bisher, ohne zu athmen, mit offnen Augen und Ohren dagelegen, fragte, was das fuͤr eine Erſchei⸗ nung geweſen. Vielleicht aber fraͤgt der Leſer, was das fuͤr eine Frau geweſen; wir koͤnnen ihn befriedigen, und we⸗ nige Worte entbinden uns unſrer Schuldigkeit.

Es war eine wohlhabende Kaufmannsfrau, von etwa dreißig Jahren. Sie hatte in einer Schreckenzeit von we⸗