ſchaften der weltlichen Menge geruͤſtet entgegen zu treten? Faͤllt Euch aber nicht ein, daß wenn zu dieſem Amte der noͤthige Muth Euch gebricht, der Herr ihn unfehlbar Euch verleihen wird, ſobald Ihr deßhalb mit bruͤnſtigem Gebet Euch an ihn wendet? Glaubt Ihr, daß alle die Tauſende von Maͤrtyrern mit angeborenem Muthe gewaffnet waren? Daß ſie von ſelbſt immer das Leben geringe achteten? So viele Juͤnglinge, die ſo eben es zu genießen angefangen, ſo viele bejahrte Maͤnner, die uͤber das nahende Ende deſ⸗ ſelben ſich zu beklagen pflegten, ſo viele Maͤdchen, ſo viele Muͤtter? Alle beſaßen Muth; denn Muth war noͤthig, ſie aber waren ſtark im Glauben. Da Ihr Eure Schwaͤche und Eure Pflichten kanntet, habt Ihr daran gedacht, Euch fuͤr die ſchweren Schritte, die eintreten konnten, und wirk⸗ lich eingetreten, vorzubereiten? Wenn Ihr waͤhrend der vielen Jahre Eures Hirtenamtes Eure Heerde geliebt, wenn ſie Euer Herz erfuͤllt hat, Eure Sorge und Eure Luſt geweſen, o, ſo durfte Euch der Muth im Falle der Noth nicht fehlen; die Liebe iſt unerſchrocken. Wenn Ihr ſie alſo liebtet, die Eurer geiſtlichen Sorgfalt anvertraut, die Ihr ſelbſt Eure Kinder nennet, und ſahet zwei unter ihnen mit Euch zugleich bedroht, wahrlich, wie die Schwaͤche des Fleiſches um Euretwillen Euch in Schrecken ſetzte, haͤtte Euch die Liebe um ihretwillen zittern gemacht. Ihr haͤttet Euch wegen jener erſten Furcht gedemuͤthigt, weil ſie eine Wirkung Eures Elends; Ihr haͤttet um die Kraft gefleht, ſie zu beſiegen und zu verſcheuchen, weil ſie eine Verſuchung; die heilige, edle Liebe zum Naͤchſten aber, zu Euren Kindern, ſie haͤttet Ihr angehoͤrt, ſie haͤtte Euch keine Ruhe gelaſſen, haͤtte Euch geſpornt und gezwungen,
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


