Teil eines Werkes 
3. Theil
Entstehung
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Verneigungen von der andern Seite, zog Agneſe den Brief

hervor, und uͤbergab ihn mit den Worten:Er iſt von

3 der gnaͤdigen Frau Praſſede; ſie ſagt, ſie kenne Eure er⸗

auchte Gnaden, Monſignore, ſehr wohl; wie natuͤrlich die

ehohen Herrſchaften immer mit einander Bekanntſchaft hal⸗ ten. Wenn Sie geleſen haben, werden Sie ſehen.

Gut, ſagte der Kardinal, nachdem er geleſen, und aus Don Ferrante's rhetoriſchen Blumen den Saft geſo⸗ gen hatte. Er kannte das Haus, und war uͤberzeugt, daß Lucia, in guter Abſicht eingeladen, vor der Liſt und der Gewalthaͤtigkeit ihres Verfolgers daſelbſt ſicher ſeyn wuͤrde. Was fuͤr einen Begriff er vom Kopfe der Dame Praſſede hatte, wiſſen wir nicht beſtimmt. Gewaͤhlt haͤtte er ſie vermuthlich nicht; es war aber ſeine Weiſe nicht, die An⸗ ordnungen Anderer, von denen eine Sache abhing, umzu⸗ geſtalten.

Rehmt auch dieſe Trennung und dieſe neue Unge⸗ wißheit in Frieden hin, ſprach er darauf;ſeyd uͤber⸗ zeugt, ſie wird nicht lange waͤhren; das Ziel, welches Gott Euch beſtimmt, wird er Euch erreichen laſſen; ſein Wille aber, glaubet feſt, iſt auch der beſte.

Lucien gab er in'sbeſondere manche liebevolle Erinne⸗ rung auf den Weg, troͤſtete dann Beide, ſegnete und ent⸗ ließ ſie. Bei'm Hinausgehen geriethen ſie in einen Schwarm von Freunden und Freundinnen, in die ganze Gemeinde, kann man ſagen, welche ſie erwartete, und wie im Siegeszuge nach ihrem Hauſe begleitete. Die Frauen alle wetteiferten im Gluͤckwuͤnſchen, im Bedauern und

Fragen; jede gab laut ihr Mißbehagen zu erkennen, als ſie 6 hoͤrte, daß Lucia morgen ſchon wieder abreiſen wuͤrde.

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