Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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Stimme und ihre Miene gab der trockenen, von der Schaam gehemmten Antwort den lebhafteren Ausdruck. Der Schnei⸗ der aber, von der Gegenwart eines ſolchen Mannes auf s Hoͤchſte begeiſtert, und begierig, bei einer ſo wichtigen Ge⸗ legenheit Ehre einzulegen, ſann mit aͤngſtlicher Emſigkeit

auf eine ſchoͤnere Antwort. Er runzelte die Stirn, drehte

die Augen, zuckte mit dem Munde, ſtrengte ſeinen Scharf⸗ ſinn nach Kraͤften an, ſuchte, ſtoͤberte in den Gehirnkam⸗ mern umher, und ward in ihnen ein Gewuͤhl von verſtuͤm⸗ melten Gedanken und halben Worten gewahr; aber die Zeit draͤngte, der Kardinal zeigte durch einen Wink, daß ſolch ein Stillſchweigen keiner weiteren Auslegung beduͤrfe, und ſo oͤffnete der arme Mann bloß zu den einzigen Worten: Denken Sie Sich's! den Mund. Etwas Anderes wollte ihm fuͤr jetzt durchaus nicht einfallen. Ueber ſeine wortkarge Redekunſt aber aͤrgerte er ſich nicht bloß fuͤr den Augenblick; die unerfreuliche Erinnerung daran ver⸗ darb ihm auch ſpaͤterhin ſeinen Jubel uͤber die erlebte Ehre. So oft er darauf zu ſprechen kam, und ſich in dieſelbe Lage wieder verſetzte, ſielen ihm, als geſchehe es zu ſeinem Hohne, unzaͤhlige Worte ein, die alle zehen Mal paſſender als das ungeſalzene denken Sie Sich's! geweſen waͤ⸗ ren. Geiſtesgegenwart aber iſt eine ſeltene Sache, und der Verſtand der Klugen kommt ſpaͤt.

Der Segen des Herrn ruhe auf dieſem Hauſe! ſagte der treffliche Biſchof, und entfernte ſich.

Abends fragte er darauf den Pfarrer, wie man wohl den Mann, der doch wahrſcheinlich keine Reichthuͤmer be⸗ ſaß, fuͤr ſeine bereitwillige und zumal bei ſolchen Zeiten koſtbare Gaſtfreundſchaft am ſchicklichſten belohnen moͤchte.