Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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Der Herr Pfarrer ſoll mir daruͤber Rechenſchaft ge⸗ ben, ſagte Borromeo.

Ach nein, Herr! rief Agneſe,deßwegen hab' ich's nicht geſagt; ſchreien Sie ihn nicht an; denn was geſche⸗ hen iſt, das iſt einmal geſchehen, und es thaͤte auch nichts helfen.'S iſt einmal ein Mann von ſolcher Beſchaffen⸗ heit, und wenn ſich's wieder ſo traͤfe, wuͤrde er's eben nicht anders machen..

Lucia aber, mit der Erzaͤhlung ihrer Mutter wenig zu⸗ frieden, ſetzte hinzu:Auch wir haben unrecht gehandelt; man ſieht, es war nicht der Wille des Herrn, daß die Sache gluͤcklich von ſtatten gehen ſollte.

Was habt Ihr unrecht handeln koͤnnen, armes Maͤd⸗ chen? fragte der Biſchof.

Obgleich ihr die Mutter mit fuͤchtigen Seitenblicken

den Weg vertreten wollte, erzaͤhlte Lucia dennoch vom Ver⸗

ſuche, welcher auf Don Abbondio in ſeinem eigenen Hauſe vorgenommen worden.Wir haben unrecht gehandelt, ſchloß ſie,und Gott hat uns dafuͤr gezuͤchtigt.

Mehmt von ſeinen Haͤnden die Leiden, ſo Ihr erdul⸗ det habt, erwiederte der Kardinal,und ſeyd jetzt gutes Muthes; denn wer hat Urſache zur Freude und zur Hoff⸗ nung als Derienige, der gelitten hat und nicht Bedenken traͤgt, ſich ſelbſt ſeiner Schuld anzuklagen?

Darauf fragte er, wo der verlobte Braͤutigam ſich befaͤnde, und erfuhr von Agneſen Lucia ſtand ſtumm da⸗ neben, Kopf und Auge geſenkt haltend wie er außer Landes in die Verbannung gegangen. Und als der Kardi⸗ nal merken ließ, wie er ſich daruͤber verwundern muͤſſe, und wie leid es ihm thue, brachte Agneſe auf ſeine weitere