Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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396 hindern wollte, ihren Unwillen uͤber ihn laut werden zu laſſen, und ſich gegen einen Hoͤheren, nachdem ein ſeltener Zufall die Gelegenheit dazu herbeigefuͤhrt/ uͤber ſein Betra⸗ gen zu beſchweren..

Sagt nur Alles, was s. Ihr denkt enturert ſie der Kardinal,redet frei heraus, furchtlos und unverholen.

Ich wollte eigentlich ſagen, wenn unſer Herr Pfar⸗ rer gehoͤrigermaßen ſeine Schuldigkeit gethan, ſo haͤtte die Sache ganz und gar einen andern Gang genommen. 7

Da indeſſen der Kardinal auf s Neue in ſie drang, ſich deutlicher auszuſprechen, ſah ſie ſich in Verwicklung gera⸗ then, indem ſie nun eine Geſchichte erzaͤhlen ſollte, in wel⸗

cher ſie ſelbſt eine Rolle geſpielt hatte, wie ſie nicht leicht,

zumal einem ſolchen Manne, mitgetheilt werden konnte. Gelegenerweiſe fand ſie denn doch eine kleine Aushuͤlfe; ſie berichtete die verabredete Trauung, die Weigerung des Pfarrers, verſchwieg den Vorwand von den Obern, mit welchem er ſich geholfen hatte, keinesweges, ſprang ſodann

zu Don Rodrigo's Angriffen uͤber, und erklaͤrte, wie ſie,

davon unterrichtet, die Flucht hatten ergreifen koͤnnen.

Aber Herr, fuhr ſie fort,das war Fliehen, um v

Neuem in die Schlinge zu gerathen. Wenn dagegen der Herr Pfarrer aufrichtig mit uns zu Werke gegangen waͤre, und meine armen Kinder auf der Stelle getraut haͤtte, ſo haͤtten wir uns alſobald mitſammen auf die Reiſe gemacht, und waͤren heimlich weit weggegangen, daß auch nicht eine einzige Seele davon Wind gehabt haͤtte. So aber haben wir unſre Zeit verloren, und es iſt draus geworden, was draus geworden iſt.