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— 305— Marmes junges Maͤdchen u begann der Erzbiſchof,„Gott
hat zugegeben, daß Ihr eine mächtige Pruͤfung erlittet;
zugleich aber hat er Euch auch gezeigt, daß er keineswe⸗ ges ſein Auge von Euch weggewendet, noch Euch vergeſſen. Er iſt Euer Retter geworden; zu einem großen Werke hat er ſich Eurer bedeent, hat durch Euch an einem verlorenen Suͤnder ſeine Erbarmung kund gethan, und dadurch zu⸗ gleich ſo viele Andre aus ihrer Noth erlöſt.“ bimit
Jetzt erſchien im Zimmer die Hausfrau, welche bei
dem Geraͤuſch zum Fenſter oben getreten war. Sie ſah, wer zur Hausthuͤre hereintrat, und lief ſogleich, nachdem ſie ihre Kleidung ein wenig in Ordnung gebracht, haſtig die Treppe hinab. In dem nehmlichen Augenblick trat auch der Schneider in's Zimmet. Sie fanden ein Geſpraͤch im Gange, und ſtellten ſich daher Beide ſeitwaͤrts in einen
Winkel, wo ſie mit großer Ehrfurcht ſich zuruͤckgezogen
hielten. Der Kardinal begruͤßte ſie auf's leutſeligſte, fuhr
dann in ſeinem Geſpraͤch mit den beiden Frauen fort, und
miſchte unter ſeine Troſtesworte hin und wieder eine Frage, um zu erfahren, ob ſich aus ihren Antworten eine Gele⸗ enheit, dem Maͤdchen, welches ſo viel erlitten, Gutes zu Eweffe, ſchoͤpfen ließe. 1 „Alle Prieſter auf Erden muͤßten wie Eure Gnaden ſeyn,“ ſagte Agneſe,„muͤßten es ein wenig mit den ar⸗ men Leuten halten, nicht aber ſie in ſchlimme Haͤndel noch weiter hineinſtoßen helfen, um ſich ſelber aus allem Unge⸗ mach zu ziehen.“— Das herablaſſende liebreiche Beneh⸗ men des Biſchofs hatte ihr Muth eingefloͤßt; dazu kam die Entruͤſtung, daß Don Abbondio, nachdem er von jeher ſeine Mitmenſchen der Gefahr preis gegeben, ſie auch ver⸗ II. 20
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