Hoheit und eine ſolche Herzensguͤte hatte der Mann in
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ſeinem ganzen Leben noch nicht beiſammen geſehen. Da Beide ſich in der Straße ſehen ließen, eilte Jeder zu ihnen herbei; in wenigen Sekunden ſtroͤmten Leute von allen Seiten daher, ſo daß das Paar wie zwiſchen zweien Waͤnden von Menſchen hinſchritt, und hinter ſich ein dicht gedraͤngtes Gefolge hatte. Der Pfarrer hieß ſie bei ſeiner aͤngſtlich ergebenen Geſchaͤftigkeit ſeitwaͤrts ſchleichen, Bor⸗ romeo unterſagte es ihm freundlich, erhob im Fortſchreiten hald die Hand, um das Volk mit ſeinem Segen zu beſchen⸗ ken, bald ſenkte er ſie, um die Knaben zu liebkoſen, die ihm unter die Fuͤße kamen. So gelangte man an das Haus, und trat hinein; die Menge blieb dicht aufgepflanzt drau⸗ ßen ſtehen. Unter ihr aber befand ſich der Schneider auch; dieſer hatte wie die Andern, ihm auf den Fuß folgend mit unverwandten Augen und offenem Munde ihn beglei⸗ tet; daß es nach ſeinem eigenen Hauſe ging, waͤr' ihm ſelbſt im Traume nicht eingefallen. Nachdem er das aber gewahr worden, machte er mit laͤrmender Eifrigkeit ſich Platz, ſtieß ſeine beſten Freunde unberuͤckſichtigt ſeitwaͤrts⸗ rief, man ſolle den durchlaſſen, der dchien gehen hat/ und ſchlug ſich in das Haus hinein. 4 Agneſe und Lueig hoͤrten ein ſteigendes Getuͤmmel in der Straße, und waͤhrend ſie noch daruͤber nachdachten, was es ſeyn koͤnnte, ſahen ſie die Thuͤre aufgehen, und den Herrn im Purpur mit dem Pfarrer in's Zimmer treten. „Iſt's dieſe?“ fragte der Kardinal, und da der Pfar⸗ rer es beiahte, ſchritt er auf Lucien zu, welche mit der Mutter vor Ueberraſchung und Schaam eben ſo ſprachlos als unbeweglich daſtand. 1


