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Dieſes gezaͤhmte Weſen ohne Schwaͤche, dieſe Demuth ohne Niedergeſchlagenheit, wie ſeltſam, wenn man ſie mit dem Bilde des Mannes verglich, womit alle Welt ſeit ſo langer Zeit ſich von ihm getragen! 1 Mich
Nach Tiſche blieh das Paar wieder allein. Ein Ge⸗ ſpraͤch erfolgte, welches weit laͤnger noch als jenes erſte waͤhrte; dann aber ritt der Ungenannte auf demſelben Maulthiere, das ihn Vormittags getragen, nach ſeinem Schloſſe zuruͤck. Der Kardinal ließ den Pfarrer rufen,
und ſagte, er wuͤnſche nach dem Hauſe gefuͤhrt zu werden,
wo Lucig ihr Unterkommen gefunden. „O Monſignore,“ rief der Geiſtliche,„laſſen Sie, laſ⸗ ſen Siez Ich mill auf der Stelle hinſchicken, das Maͤdchen ſoll herkommen; die Mutter desgleichen, wenn ſie ſchon angelangt iſt; auch die Hnusleute, wenn Monſignore es will; Alle, ſo Ihre erlauchte Gnaden verlangen werden.“ „Sollen ſo Viele ſich um eines Einzigen Willen in Bewegung ſetzen?“ fragte der Kardinal.„Ich wuͤnſche hinzugehen, und ſie aufzuſuchen.“ iet f „Es iſt durchaus nicht noͤthig, daß Eure erlauchte Gnaden ſich bemuͤhen; wie bald iſt hingeſchickt, und ſo
kommen ſie her.“.
Der Pfarrer, obwohl ſonſt ein biedrer Mann, verdarb dennoch oft gar leicht einen Handel. Er ſah nicht ein, wie der Kardinal durch ſolch einen Beſuch dem Ungluͤck und der Unſchuld, der Holdwirthlichkeit und ſeinem eige⸗ nen Amte zugleich eine Ehre zu erweiſen gedachte. Da dieſer aber ſeinen ausgeſprochenen Willen mit dem Nach⸗ druck des Ernſtes wiederholte, ergab ſich der Pfarrer, ſchuͤttelte indeſſen aus allen Kraͤften den Kopf; eine ſolche


