Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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Verlegenheit; die Eine wie die Andre dachte nur an Don Rodrigo. B24 1126 Ji Shi9s

Die ſchwarze Seele! rief Agneſe,der fuͤndliche Hoͤllenbrand! Aber ſeine Stunde wird kommen. Gott der Herr wird ihm nach ſeinen Werken zahlen, und dann wird auch er empfinden.." nn nl 95r Nein, Mutter, nein, ſiel ihr Luria ins Wort.Ver⸗ kuͤndet ihm keine Leiden, verkuͤndet ſie Niemandem auf Er⸗ den. Wenn Ihr wuͤßtet, was das heißt, Leiden! Wenn Ihr's empfunden haͤttet! Nein, nein; wir wollen lieber zu Gott und zur Jungfrau fuͤr ihn beten; Gott wolle das Herz ihm ruͤhren, wie er's dem andern armen Herrn ge⸗ ruͤhrt, der ſchlimmer als er geweſen, und nun ein Hei⸗ liger iſt.

Der Schauder, welchen Lucia empfand, zu ſo neuen und verhaßten Erinnerungen zuruͤck zu kehren, ließ ſie mehr als einmal mitten im Erzaͤhlen ſtocken; mehr als ein⸗ mal geſtand ſie, ſie habe den Muth nicht fortzufahren, und kam nach vielen Thraͤnen erſt mit Muͤhe wieder zu Wor⸗ ten. Bei einer gewiſſen Stelle des Berichtes aber band ihr eine ganz andre Empfindung die Zunge; es war das Ge⸗ luͤbde. Die Furcht, von der Mutter, als eine unbedaͤch⸗ tige Leichtſinnige getadelt zu werden, der Gedanke, daß die gute Frau, wie ſie es bei der Vermaͤhlung gemacht, mit ir⸗ gend einem Geſetze ihrer lockeren Gewiſſenhaftigkeit zum Vorſchein kommen, und darauf beſtehen koͤnnte, beides ſiel der Erzaͤhlerin maͤchtig auf's Herz. Wenn nun Agneſe, bloß um Licht und Rath ſich zu verſchaffen, irgend einem Andern die Sache im Vertrauen zufluͤſterte, und ihre Toch⸗ ter am Ende in aller Leute Mund braͤchte! Schon die