Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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gegangenen, aber entſetzlichen Gefahr, ein dunkles Begeg⸗ niß, welches der Bote weder umſtaͤndlicher zu erzaͤhlen noch zu erklaͤren vermochte, ein Fall, wofuͤr ſie in ihren vorhergehenden Begriffen nicht einen einzigen Entwick⸗ lungspunkt fand. Nachdem ſie mit den Haͤnden in die Haare gefahren, und mehrmals:Allmaͤchtiger Gott! Heilige Jungfrau! gerufen, nachdem ſie an den Bo⸗ ten vielfache, aber vergebliche Fragen mit ungeſtuͤmer Aengſtlichkeit gethan, warf ſie ſich haſtig auf den Karren, erhob unterweges in einem fort ihre klagende Stimme, und ließ vom vergeblichen Fragen nicht ab. Endlich aber begegnete ihr Don Abbondio, der mit geſchaͤftigen Schrit⸗ ten ſich naͤherte, und ſeinen Wanderſtab ink aufſetzte. Beide ſahen ſich verwundert an, und blicben ſtehen; Ag⸗ neſe ſtieg herab, und ging ſeitwaͤrts mit ihm nach einem Kaſtanienwaͤldchen dicht am Wege. Der Pfarrer gab ihr von Allem, was er gehoͤrt und geſehen, Beſcheid. Aufge⸗ klaͤrt war die Sache damit noch nicht; indeſſen war Ag⸗ neſe uͤber Luciens Rettung in keinem Zweifel mehr, und athmete wieder auf. 111196319 Ke lipift

Don Abbondio nahm darauf einen Anſatz, ſich in eine weitlaͤuftige Abhandlung einzulaſſen, und ihr mittelſt derſel⸗ ben umſtaͤndlich auseinander zu ſetzen, wie ſie ſich gegen den Erzbiſchof zu benehmen haͤtte, wenn dieſer, wie zu ver⸗ muthen, auf den Einfall geriethe, Mutter und Tochter zu ſehen; vorzuͤglich aber wollte er ſie ermahnen, der Vermaͤh⸗ lung mit keinem Worte zu gedenken. Agneſe indeſſen merkte bald, daß er nur um ſeines eigenen Vortheils wil⸗ len redete, ließ ihn im Stiche, und verſprach ihm nichts; auch faßte ſie in dieſer Hinſicht noch keinen Entſchluß, ſie