Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

41

befreien, gewiſſermaßen verherrlicht, feſſelte auf einen Au⸗ genblick Renzo's Bewunderung; er vergaß ſeinen Vorſatz, ſich weg zu begeben, beſchloß, dem Kanzler ſeinen Beiſtand zu leiſten, und ihn nicht eher zu verlaſſen, als bis er ſeine gute Abſicht erreicht haͤtte. Se gab er ſich denn mit den Uebrigen Muͤhe, Platz zu verſchaffen, und gehoͤrte in der That nicht zu den Lau⸗Eifrigen. Es entſtand bald ein freier Raum.Nur vorwaͤrts, Freund! rief mehr als Einer dem Kutſcher zu, und lief zu gleicher Zeit voraus, um auch weiterhin das Gedraͤnge zu lichten.Vor⸗ waͤrts, fluͤſterte auch der Herr,raſch, aber ſieh Dich vor! und ſo bewegte ſich die Kutſche. Mitten unter den Gruͤßen, welche Ferrer auf's Gerathewohl dem Volke ver⸗ ſchwenderiſch abſtattete, dankte er Einigen mit beſonderer Aufmerkſamkeit, und laͤchelte den Geſchaͤftigen ſeine Er⸗ kenntlichkeit zu. Mehr als Ein ſolches Laͤcheln kam auf Renzo; der emſige Juͤngling verdiente es in Wahrheit, und leiſtete an dieſem Tage dem Großkanzler nachdruͤcklicheren Vorſchub, als es der Thaͤtigſte unter ſeinen Schreibern ver⸗ mocht haͤtte. Und von dieſer huldvollen Freundlichkeit be⸗ zaubert, meinte der gute Wandrer aus dem Gebirge, mit dem Staatskanzler Antonio Ferrer ſchon Freundſchaft ge⸗ ſchloſſen zu haben.

Die Kutſche war einmal auf dem Wege, und rollte vorwaͤrts, bald raſcher, bald langſamer, nicht ohne wieder⸗ holentlich aufgehalten zu werden. Der ganze Durchweg ließ ſich mit einem Steinwurf ermeſſen; ſah man aber auf die Zeit, ſo er erforderte, ſo konnte er auch einem Andern, der Ferrer's angſtbefluͤgelte Ungeduld nicht empfand, eine kleine Reiſe ſcheinen. Wie Meereswogen um ein Schiff⸗