Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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fend, gelangte mit ihm zum Mittelpunkte des Haufens. Hier oͤffnete ſich ein freier Raum, und mitten in dieſem ein ſchnell aufloderndes Feuer, ein Haufe von gluͤhenden Kohlen, und die Bruchſtuͤcke der obengenannten Werkzeuge darauf. Ringsumher ein ſchallendes Haͤndeklatſchen, ein Stampfen mit den Fuͤßen, ein gellendes Getoͤſe von Freu⸗ dengeſchrei und Fluͤchen.

Der Mann mit dem Buͤndel ſtuͤrzt ſeine Laſt auf die Kohlen; ein Andrer hat den halbverbrannten Stumpf einer Schaufel in der Hand, ſchuͤrt die Gluth, und ſtöͤrt die Kohlen von unten und von den Seiten auf; der Rauch waͤchſt und wird zur dichten Wolke, die Flamme lodert wieder empor, und mit ihr zugleich erhebt ſich ein noch ſtaͤrkeres Geſchrei.Gott geſegn' uns den Ueberfluß! Den Aushungrern den Tod! Den Tod der Theuerung! Verrecken ſollen die Vorrathsmaͤnner, verrecken der Ge⸗ richtshof! Das Brodt, das Brodt ſoll leben!

Die Wahrheit zu geſtehen, iſt die Zerſtoöͤrung der Mehl⸗ kaſten und der Backtroͤge, die Verwuͤſtung der Oefen und die Auspluͤnderung der Baͤcker, nicht eben das foͤrderndſte Mittel, um das Brodt hochleben zu laſſen; indeſſen iſt dies eine von den metaphyſiſchen Spitzfindigkeiten, und dieſe ſinden in die Koͤpfe der Menge keinen Eingang. Ohne jedoch ein großer Metaphyſiker zu ſeyn, verfaͤllt ein Menſch, der nen zum Handel dazu kommt, auch wohl von ſelbſt auf die Bemerkung; erſt wenn er viel daruͤber ſpricht und ſprechen hoͤrt, verliert er den ruhigen Geiſtesblick, um ſie zu begreifen. Unſerm Renzo war dieſer Gedanke in der That gleich anfangs in den Kopf gekommen, und

kehrte ihm mit jedem Augenblick wieder. Indeſſen behielt