Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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Von Zeit zu Zeit kam Einer aus dem Hauſe hervor, und hatte ein Stuͤck von einer Kiſte, einem Backtrog oder einem Mehlkaſten in der Hand, die Stange einer Flachs⸗ breche, eine Bank, einen Flechtkorb, auch wohl ein Schrei⸗ bebuch, eine Papierſchachtel, oder ein Bruchſtuͤck von dem ungluͤcklichen Ofen; er rief:Platz! Platz! und ſchritt durch die Leute. Alle dieſe wandten ſich ſodann nach der⸗ ſelben Seite, nach einem verabredeten Orte, wie man bald begreifen mußte. Renzo wollte auch ſehen, was es hier gaͤbe; er ging einem Manne nach, welcher aus geſpaltenen Brettern und Scheiten ſich ein Buͤndel gemacht, und es auf die Schultern genommen, hielt ſich hinter ihm, und ging, wie die Andern, die Gaſſe entlang, welche ſich an der Nordſeite 5 Domes hinzieht, und von den Stufen, die ſonſt daſe vorhanden, ihren Ramen hat. So ſehr es ihm auch darum zu thun war, die Vorgaͤngniſſe zu be⸗

obachten, ſo mußte er, in die Naͤhe des ungeheuren Ge⸗ baͤudes gelangt, als ein Fremdling aus dem Gebirge, ſtill⸗ ſtehen und mit offenem Munde hinauf ſchauen. Dann aber verdoppelte er ſeine Schritte, um den Mann, den er einmal zu ſeinem Wegweiſer erwaͤhlt hatte einzuholen; um die Ecke gekommen, warf er einen Blick auf die Vorder⸗ ſeite des Domes/ damals großentheils noch roh und von der Vollendung weit entfernt; dabei aber folgte er ſeinem Manne immer auf den Fuß, und dieſer nahm ſeine Rich⸗

tung nach der Mitte des Platzes. Je weiter man vorwaͤrts ſchritt, deſto dichter ſtanden hier die Leute neben einander;

da der Mann aber zu tragen hatte, ſo machte man ihm

Platz. So durchſchnitt er die Welle des Volkes, und

Renzo, gleich hinter her in die leere Stelle hineinſchluͤp⸗

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