koͤnnen; in einigen hatten die Herren etwas Hülfsmann⸗ ſchaft zuſammengebracht, und ſtanden ſchlagfertig da;z an⸗
derwaͤrts, wo ſie an Armen ſich weniger zahlreich fuͤhlten
oder von der Furcht mehr eingeſchuͤchtert waren, kam man von beiden Seiten in Vertraͤgen uͤberein; unter der Be⸗ dingung, ſich allſobald zu entfernen, erhielten die Empdͤ⸗
rer, die ſich bereits vor dem Eingang des Ladens aufgeſtellt
hatten, Brodt. Dieſe machten ſich, ohne zu zoͤgern, nach Hauſe; nicht ſowohl, weil ſie ſich mit dem Erbeuteten vollkommen begnuͤgten, als weil die Hellebardiere und die Haͤſcherſchaar, vom furchtbaren Kruͤckenofen ſich weit ent⸗ fernt haltend, doch an andern Orten ſich ſehen ließen, und hier ſtark genug waren, um die kleinen Haͤuflein von
Meutern in Reſpekt zu erhalten. So vermehrte ſich das
Gewirre und das Zuſammenlaufen beſtaͤndig vor jenem unſeligen Ofen; denn wem die Haͤnde juckten, und das Herz nach einer ſchoͤnen Heldenthat verlangte, der nahm dort ſeinen Weg hin; die Freunde waren daſelbſt in ſtaͤr⸗ kerer Zahl, und die Strafloſigkeit gewiß.
So ſtanden die Dinge, als Renzo, welcher eben, wie wir erzaͤhlt, ſein Brodt verzehrt hatte, durch die Vorſtadt des Thores gegen Morgen daher kam, und ohne es zu wiſſen, gerade nach dem Mittelpunkte des Aufruhrs ſeinen Weg nahm. Waͤhrend er ging, ward er von dem Gewuͤhl bald vorwaͤrts geſchoben, bald aufgehalten; zugleich merkte er im Gehen mit angeſtrengten Augen und Ohren auf, um aus dem verworrenen Geſumme der Geſpraͤche vom Stande der Dinge eine deutlichere Kenntniß zu erhaſchen. Die
Reden, die er zur Rechten und Linken vernahm, mußten
ihm bald den letzten Schleier luͤften.


