Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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packen die Geldſchwingen, nehmen eine Hand voll nach der andern heraus, fuͤllen ſich die Taſchen, und kommen, mit kleiner Muͤnze beladen, zuruͤck, um nun gleichfalls Brodt zu erraffen, wenn noch etwas vorhanden. Darauf ergießt ſich der Strom in die inneren Vorrathskammern. Saͤcke werden betaſtet und ergriffen; dieſer ſchleppt einen aus ſeinem Winkel her, zerrt ihn raſch auf, und ſchuͤttet, um die Laſt fuͤr ſeine Schultern tragbar zu machen, einen Theil des Mehles an die Erde; Jener ſchreit:Warte! warte! und buͤckt ſich darunter, um mit Tuͤchern und Kleidern den niederſtaͤubenden Segen aufzufangen; ein Andrer macht ſich an einen Backtrog, und laͤuft mit einem Klumpen Teig davon, welcher ſich in die Laͤnge zieht, und ihm nach allen Seiten hin entgleitet; ein Vierter hat einen Mehlbeutel erwiſcht, und traͤgt ihn hoch in die Luft em⸗ vorgehoben; ein Theil kommt, ein Theil geht, oder ſteht bei der Arbeit; Maͤnner, Frauen und Kinder draͤngen und werden gedraͤngt; getuͤmmelvolles Geſchrei erfuͤllt das Haus, und eine weiße Staubwolke, die uͤberall emporſteigt, uͤberall ſich niederſenkt, huͤllt jeden Menſchen und jeden Gegenſtand, wie ein weitverbreiteter Nebel/ ein. Vor der Thuͤre begegnen ſich waͤhrend deſſen die Wogen zweier entgegen geſetzten Zuͤge; Dieſe ſchlagen ſich mit ihrer Beute durch, Jene dringen nach der Thuͤre, um welche zu machen; Beide ſtuͤrmen gegen einander, und gerathen Einer durch den Andern in Verwirrung.

Waͤhrend dieſer Baͤckerladen auf ſolche Weiſe gepluͤn⸗ dert wurde, war auch kein andrer in der Stadt ruhig und ohne Gefahr. Nirgends aber draͤngte ſich das Volk in ſo vielköpfiger Zahl zuſammen, um ſich Alles unterſtehen zu