Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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Die Herren und Geſellen des Ladens waren waͤhrend deſſen an die Fenſter der obern Zimmer getreten. Sie hat⸗ ten den Hof entpflaſtert, waren mit einem ziemlichen Vor⸗ rath von Steinen verſehen, erhoben ein Geſchrei, und ga⸗ ben den Stuͤrmenden unten durch Mienen und Geberden zu verſtehen, ſie moͤchten ihren Vorſatz fahren laſſen; ſie zeigten die Steine, und wieſen ſich bereit, damit hinunter zu hageln. Die Drohung aber fruchtete nicht, und ſo fingen ſie wirklich an, ihre Geſchoſſe zu ſchleudern. Nicht ein einziger Stein flog vergebens gegen den Feind; das Gedraͤnge war ſo groß, daß kein Hirſekorn, wie man zu ſagen pflegt, zur Erde fallen konnte.

Die Schufte! die niedertraͤchtigen Seelen! Iſt das das Brodt, welches Ihr armen Leuten gebt? Weh! Weh mir! Ach! Jetzt, jetzt! Jetzt haͤlt's an uns! So ſchrie es von unten hinauf. Mehr als Einer ward uͤbel zugerichtet; zwei Knaben blieben auf der Stelle todt liegen. Mit der aufflammenden Wuth wuchs die Staͤrke der Menge; die Thuͤrfluͤgel, die eiſernen Gebaͤlke wurden niedergeſchmettert, und tobend ſtuͤrzte der Strom zu allen Oeffnungen hinein. Die Leute im Hauſe ſahen ihr Unheil vor Augen, und fuͤchteten ſich eiligſt nach dem Soller hinauf. Hier hielten ſich der Hauptmann, die Hellebardiere, und einige Mitglieder des Hauſes unter den Ziegeln ver⸗

ſteckt; Andre krochen zu den Bodenfenſtern heraus, und ſchlichen, wie Katzen, auf dem Gedache umher.

Der Anblick der Beute unterdruͤckte bei den Siegern den Vorſatz, eine blutige Rache zu nehmen. Sie fallen üͤber die Kaſten her, das Brodt geht reißend ab. Andre

dagegen ſtuͤrzen auf die Kaſſe zu, brechen das Schloß auf,