Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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ſicht, ſo war's, als waͤre ein angezuͤndeter Schwaͤrmer in eine Pulverkammer gefallen.Da giebt's ja Brodt! ſchrieen hundert Stimmen zugleich.Freilich, rief Ei⸗ ner/aber das iſt fuͤr die Tyrannen, die im Ueberfluſſe waten, und uns gern vor Hunger moͤchten ſterben ſehen! Mit dieſen Worten geht er auf den Burſchen los, legt die Hand oben an den Rand der Butte, thut einen Ruck, und ſagt:Laß ſehen! Der junge Burſch wird roth, wird bleich, zittert, und moͤchte gern ſagen: Laßt mich meine Wege gehen! Aber das Wort erſtirbt ihm im Munde, er laͤßt die Spannkraft der Arme erſchlaffen, und ſucht ſie in aller Eile aus dem Tragriemen hervor zu ziehen. Herunter mit der Butte! wird waͤhrend deſſen geſchrieen. Man greift mit vielen Haͤnden danach, und ſchon ſteht ſie auf der Erde; das Handtuch, welches ſie bedeckt, wird weg⸗ geſchleudert, ein warmer Duft ſteigt auf, und verbreitet ſich umher.Wir ſind auch Chriſten, ſagt derſelbe

Kerl,wollen auch Brodt zu eſſen haben. Er nimmt

eins, haͤlt es in die Hoͤhe, zeigt es dem Haufen, und faͤhrt mit den Zaͤhnen hinein; die Haͤnde gleiten wuͤhlend in die Butte, die Brodte fliegen durch die Luft; ehe man ſich verſieht, iſt keins mehr vorhanden. Wer nichts erbeutet hat, laͤßt ſich durch den Anblick des fremden Gewinnſtes reizen; die Leichtigkeit des Unternehmens erfuͤllt ſelbſt den Feigen mit Muth; man macht ſich in Schwaͤrmen auf⸗ und ſucht andern Buttentraͤgern zu begegnen; ſo viele man trifft, ſo viele werden ausgepluͤndert. Einen Angriff auf die Traͤger zu machen, war dabei nicht einmal noͤthig; die Burſche, welche ſich ungluͤcklicherweiſe unterweges befanden, merkten bald, welch ein Ungewitter daherzog, ſetzten ihre

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