Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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ſpraͤch ſteigerte die Ueberzeugung und die Leidenſchaftlich⸗ keit der Zuhoͤrer wie des Redners. Unter ſo vielen Hitz⸗ koͤpfen gab es indeſſen auch einige von kaͤlterem Blute; dieſe ſtanden mit innigem Vergnuͤgen von fern, gaben Acht, wie das Waſſer ſich truͤben wuͤrde, verſuchten, durch Ge⸗ ſpraͤche und Neuigkeiten, welche die Schelme zu erdichten wiſſen, und die bewegten Gemuͤther jederzeit bereitwillig glauben, die Wogen immer ſtuͤrmiſcher zu truͤben, und nah⸗ men ſich vor, das Waſſer nicht zur Ruhe kommen zu laſ⸗ ſen, ohne ihr Netz mit einem guten Fang herausgezogen zu haben. Tauſende von Menſchen gingen mit dem unbe⸗ ſtimmten Bewußtſeyn zu Bette, daß Etwas geſchehen muͤſſe, daß Etwas geſchehen werde. Die Zuſammenrottun⸗ gen kamen der Morgenroͤthe zuvor; Kinder, Frauen, Maͤn⸗ ner, Greiſe, Handwerker und Bettler traten auf's Gera⸗ thewohl zuſammen; hier brauſte ein verworrenes Gefluͤſter von unzaͤhligen Stimmen; dort hielt ein Rener eine Predigt, und die Andern jubelten ihm Beifall zu; der Eine richtete an ſeinen Nachbar die naͤmliche Frage, die ſo eben an ihn gerichtet worden; der Andre wiederholte den Ruf,⸗ welcher ſo eben ihm in's Ohr gedroͤhnt; uͤberall Klagen,

Drohungen, Verwunderung; eine kleine Anzahl von Woͤr⸗ tern war das Getriebe unendlicher Geſpraͤche.

Nur ein Anfangspunkt fehlte, eine zufaͤllige Gelegen⸗ heit, ein ſpornender Stoß, ſo wurden die Worte zu Hand⸗ lungen. Es waͤhrte nicht lange. Mit Tagesanbruch traten aus den Baͤckerlaͤden die jungen Burſche, welche in hoͤlzernen Butten das Brod nach den Haͤuſern der ge⸗ woͤhnlichen Kunden zu tragen pflegten. Kaum kam Einer dieſer ungluͤcklichen Boten einem Haufen Volkes in's Ge⸗