Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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kraͤftig aber auch alle menſchlichen Vorkehrungen getroffen werden moͤgen, ſie koͤnnen den Mangel an Lebensmitteln nicht entfernen, koͤnnen die Erzeugniſſe der Jahreszeiten nicht nach dem Drange der Umſtaͤnde hervorrufen; hier in'sbeſondere vermochte man aus keiner Gegend, die etwa mit Ueberfluß geſegnet worden, das Fehlende herbei zu ſchaf⸗ fen, und ſo waͤhrte das Uebel fort, ſo wuchs die Roth von Tage zu Tage. Die Menge ſchrieb dieſe Wirkung der Schwaͤche, der Kargheit der Gegenmittel zu, und forderte mit lautem Geſchrei eine edelmuͤthigere, entſcheidendere Huͤlfe. Zum Ungluͤck fand ſie den Mann nach ihrem Sinne.

In der Abweſenheit des Statthalters Don Gonzalo Fernandez de Cordova, welcher im Lager bei Caſale del Monferrato ſtand, verwaltete ſein Amt in Mailand der Großkanzler Antonio Ferrer, ein Spanier. Dieſer ſah, und wer haͤtte es nicht geſehen? daß der maͤßige Preis des Brodtes an und fuͤr ſich eine ſehr wuͤnſchenswerthe Sache; er dachte alſo, und das war der Schnitzer, ein Be⸗ fehl von ihm ſey hinreichend, um ſolchen Preis entſtehen zu laſſen. Auf ſeine Verordnung ward demnach fuͤr das Brodt ein ſolcher Preis feſtgeſtellt, als wenn der Malter Getraide ſich gewoͤhnlich zu drei und dreißig Lire verkaufte; er ward indeſſen bis zu achtzig verkauft. Der Großkanzler ging dabei wie eine vor Zeiten junge Dame zu Werke, welche, das Datum ihres Taufſcheines aͤndernd, ſich ſelbſt zu verjuͤngen waͤhnt.

Weniger unſinnige und weniger ungerechte Befehle waren mehr als einmal, weil die Umſtaͤnde ſelbſt Wider⸗ ſtand leiſteten, unbefolgt geblieben; uͤber die Ausfuͤhrung

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