Wuchrern her, welche es nicht zum Bedarf hinlaͤnglich ver⸗ kaufen moͤgen. So unſtatthaft auch in jeder Ruͤckſicht eine ſolche Annahme, ſo ſchmeichelt ſie doch zu gleicher Zeit der Entruͤſtung und den Hoffnungen. Die Aufkaͤufer des Getraides, ſie mochten es in der That ſeyn oder nur da⸗ fuͤr gelten, die Guͤterbeſitzer, die es nicht ganz und gar an Einem Tage losſchlugen, die Baͤcker, die es kauften, jed⸗ weder/ welcher Getraide liegen hatte, oder im Rufe ſtand, Getraide liegen zu haben, wurde als der boͤſe Geiſt des Mangels und der Theuerung aufgeſtellt, war der Gegen⸗ ſtand der allgemeinen Beſchwerden, der Abſcheu der Be⸗ guͤterten wie der armſeligen Menge. Man vertraute ein⸗ ander als ausgemacht, wo ſich Kornboͤden und Vorraths⸗ ſpeicher befaͤnden, mit Getraide ſo vollgepfropft, daß ſie von allen Seiten geſtuͤtzt werden muͤßten; man gab eine unvernuͤnftig uͤbertriebene Anzahl der Saͤcke an, und ſprach mit Gewißheit von den unermeßlichen Laſten Getraides, welche man heimlich nach andern Laͤndern fortſchaffte, waͤh⸗ rend man hier vermuthlich mit derſelben Gewißheit und demſelben Geſchrei die Ausfuͤhrung des Getraides nach Mailand behauptete. Man verlangte von der Obrigkeit die Anſtalten, welche dem Volke immer ſo billig, ſo einfach und zweckmaͤßig ſcheinen, um das verſteckte, zwiſchen Waͤnde gepreßte und begrabene Getraide, wie man ſich ausdruͤckte, an's Licht hervor zu ziehen, und den Ueberfluß wieder her⸗ bei zu fuͤhren. Die Obrigkeit entſchloß ſich zu den ge⸗ woͤhnlichen Vorkehrungen; ſie ſtellte den hoͤchſten Preis verſchiedener Lebensmittel feſt, drohte Jedem, der zu ver⸗ kaufen ſich weigerte, mit oͤffentlicher Strafe, und verfuhr, wie bei ſolchen Umſtaͤnden verfahren zu werden pflegt. So
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