Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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Brodts rüͤhre von den Aufkaͤufern und von den Baͤckern her; folglich hielt er ſehr gern jeden Weg fuͤr recht, um die Nahrungsmittel, welche ſie, jener Meinung nach, dem Hunger eines ganzen Volkes grauſam verweigerten, ihren Haͤnden zu entreißen. Indeſſen beſchloß er, ſich vom Tu⸗ multe fern zu halten, und war froh/ auf dem Wege zu ei⸗ nem Kapuziner zu ſeyn, der ihm Unterkommen und gute Weiſung geben wuͤrde. Indem er ſo dachte, und die neuen Eroberer, welche mit Beute beladen erſchienen, betrachtete, legte er die kurze Straße zuruͤck, die ihm noch blieb, um das Kloſter zu erreichen.

Wo jetzt der ſchoͤne Pallaſt mit der hohen Altane ſich erhebt, war damals, und war vor wenigen Jahren noch, ein kleiner Platz, in deſſen Hintergrunde die Kirche und das Kloſter der Kapuziner, mit vier großen Ulmbaͤumen da⸗ vor. Wir freuen uns, nicht ohne Neid, mit denjenigen unſrer Leſer, welche den Stadttheil dort in jenem Zuſtande nicht geſehen; es ſind junge Leute noch, die bisher nicht die Zeit gehabt haben, viele naͤrriſche Streiche zu begehen. Renzo ſchritt gerade zur Thuͤre des Kloſters, verſteckte das halbe Brodt, welches ihm blieb, in den Buſen, nahm den Brief hervor, hielt ihn zeigefertig in der Hand, und zog die Klingel. Es oͤffnete ſich ein Einlaßthuͤrchen mit einem Gitter, und erſchien das Geſicht des Bruder Pfoͤrtners, welcher fragte, wer da ſey.

Einer von außerhalb, ſagte Renzo,der vom Pater Criſtoforo dem Pater Bonaventura einen dringenden Brief bringt.

Gebt her, antwortete der Pfoͤrtner und ſteckte die Hand durch's Gitter.