Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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den Zolleinnehmern ruͤhrtr ſich. Das kam ihm als etwas ganz Außerordentliches vor; denn von den Wenigen aus ſeinem Dorfe, welche ſich ruͤhmen konnten, in Mailand geweſen zu ſeyn, hatte er Wunders viel erzaͤhlen gehoͤrt, wie Jeder, der von auswaͤrts in die Stadt kaͤme, mit Fragen und Unterſuchungen geplagt wuͤrde: dabei war die Straße menſchenleer, und haͤtte er nicht ein fernes Ge⸗ tuͤmmel gehoͤrt, welches eine große Bewegung verkuͤndigte, ſo wuͤrde er in eine verlaſſene Stadt zu treten gemeint haben. Er ſchritt vorwaͤrts, und wußte nicht, was er davon zu denken hatte; da ward er auf dem Pflaſter weiße Streifen gewahr, als waͤr's Schnee; aber Schnee konnte es nicht ſeyn, denn der faͤllt nicht in Streifen, faͤllt auch in der Regel nicht um dieſe Jahreszeit. Er huͤckte ſich, ſah genauer hin, unterſuchte mit den Haͤnden, und uͤber⸗ zeugte ſich, daß es Mehl war.S muß hier in Mai⸗ land, dachte er,ein entſetzlicher Ueberfluß vorhanden ſeyn, wenn ſie Gottes Gabe ſich ſo auf offener Straße herumtreiben laſſen. Und dann wollen ſie uns weiß ma⸗ chen, daß die Theuerung uͤberall zu Hauſe iſt. Das iſt aber ihr Pfiff, um die armen Leute auf dem Lande bei Ruhe zu erhalten. 4

Er war kaum einige Schritte weiter gegangen, ſo nun er an eine zweite Saͤule, an deren Fuße er etwas noch weit Seltſameres erblickte; auf den Stufen des Untergeſtelles ſah er Dinge umherliegen, die wahrlich keine Steine waren, und haͤtten ſie auf dem Brett eines Baͤckerladens gelegen, ſo wuͤrde kein Menſch ſich einen Augenblick beſonnen ha⸗ ben, ſie Brodte zu nennen. Renzo aber wollte ſo ſchnell ſeinen Augen nicht trauen; denn zum Wetter! das war