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rieſenhafte Gebaͤude des Domes, einſam aus der Ebene emporſteigend, nicht als wenn es mitten in einer Stadt ſtaͤnde, ſondern aus einer wuͤſten Flur ſich erhoͤbe. Seine Leiden alle vergeſſend, ſtand der Juͤngling ſtill, und wollte auch aus der Ferne dies achte Wunder betrachten, von welchem er ſeit ſeiner Kindheit ſo viel ſprechen gehoͤrt. Indem er aber nach einigen Minuten ſich umwandte, ſah er im Horizonte jene durchſchnittene Gebirgskette, ſah deutlich uͤber die Andern emporragend ſeinen Reſegone, fuͤhlte das Blut ſtuͤrmiſch durch alle Adern wallen, ſtand eine Zeit lang ſtill, traurig bald vorwaͤrts, bald ruͤckwaͤrts blickend, und ſetzte dann ſeinen Weg fort. Allmaͤhlig ent⸗ deckte er Glockenthuͤrme, Kirchenſpitzen, Kuppeln und Haͤuſer; dann ſtieg er in die Straße wieder hinab, wan⸗ derte eine Strecke fort, und als er ſich ziemlich in der Naͤhe der Stadt ſah, trat er zu einem Reiſenden, verneigte ſich ihm ſo hoͤflich als er konnte, und bat um Erlaubniß, fragen zu duͤrfen.
„Was wollt Ihr, wackerer junger Mann?
„Koͤnnten Sie mir wohl die kuͤrzeſte Straße angeben, um zum Kapuzinerkloſter zu kommen, wo Pater Bonaven⸗ tura ſich aufhaͤlt?“
Der Mann, an welchen Renzo ſich wandte, war ein wohlhabender Bewohner aus der Umgegend. Er hatte ſich am Morgen in Geſchaͤften nach Mailand begeben, und kehrte jetzt, ohne etwas ausgerichtet zu haben, in großer Eile zuruͤck. Er wußte nicht, wann er wieder zu Hauſe ſeyn wuͤrde, und ſo mußte ihm jede Verzoͤgerung ſehr un⸗ gelegen kommen. Dennoch ließ er keine Ungeduld blicken, und gab mit ziemlicher Bereitwilligkeit Auskunft.


