Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

298

nung, mein Diener zu heißen, ganz nnd gar nichts gelten

ſollte. Nachdem er auf dieſe Weiſe die Schaam ein wenig

bei'm Grauen geweckt, gab er noch beſondere und genauere

Weiſung. Der Graue nahm die beiden Gefaͤhrten, und zog mit froͤhlicher und beherzter Miene ab, waͤhrend er heim⸗ lich jedoch Monza, die Kopfpreiſe, die Frauen und die Ein⸗ faͤlle der Schutzherren im Herzen verfluchte. So ſteigt, vom Hunger geſpornt, mit eingeſchrumpftem Bauche und das graue Rippenfell von tiefen Furchen durchſchnitten, ein Wolf von ſeinen beſchneiten Bergen hernieder; er ſchreitet voll wachſamen Argwohns in die Ebene vorwaͤrts, bleibt jeden Augenblick mit emporgehobener Pfote ſtehen, und be⸗ wegt den enthaarten Schweif hin und her:

Er reckt die Schnaut', im ſchwachen Winde nüſternd, dreht, ſobald ſich die Witterung eines Menſchen oder einer Waffe verkuͤndet, die ſpitzen Ohren hin, und rollt die bei⸗ den blutigen Augen, aus welchen zugleich die Begier nach Beute und der Schrecken vor der Jagd hervorleuchten. Wer uͤbrigens wiſſen will, woher der ſchoͤne Vers da ſich ſchreibt, ſo iſt er aus einem noch ungedruckten Quodlibet von Kreuzzuͤgen und lombardiſchen Geſchichten entlehnt, welches binnen Kurzem nicht mehr ungedruckt ſeyn wird, und ein maͤchtiges Aufſehen machen ſoll. Ich habe ihn be⸗ nutzt, weil er mir gerade gelegen kam, ſage aber zugleich, woher ich ihn genommen, um mich nicht mit fremden Fe⸗ dern zu ſchmuͤcken; es moͤge Niemand denken, es ſey mein Kunſtgriff, zu verſtehen zu geben, daß der Verfaſſer jenes

Quodlibets und ich ein Paar Bruͤder, und daß ich nach

Belieben in ſeinen Handſchriften herumſtoͤbre.